Max Pothmann | Autor | Bühnenbild & Requisitenbau | Köln-Bonn
Mehr Infos auf meiner Webseite www.maxpothmann.de

14.04.2023

Texte aus dem Schuhkarton #7: My Arms

Diesen 10 Jahre alten Text habe ich heute überraschend gefunden..

Handpoked tattoo by Marie Dinger


My arms are bleeding
someone's punched a hole into their skin
and drop after drop I'm leaking red
 
I don't remember when it happened
- just realized one day 
that my arms were bleeding
bleeding slowly, a thin string of blood
dripping down to the floor
 
I didn't do anything about it
I didn't have time, I was busy
- and I liked the red
 
Then I got used to it, to the bleeding
got used to all the paper towels needed
to keep the office clean
 
Gee. What a mess.
 
It's been going on for weeks now
my arms becoming paperdry
I thought my bones where thin
but they are much thinner really
- nothing left but skin and bone 
 
There's a girl in my neighbourhood
who probably has anorexia
her arms look as thin as mine

But with me it's just the arms
- the rest looks the same
with her it's the whole body
looking thin but full of energy
just her face is round

(she works in my favourite burger joint
frying burgers all day
but never eating)
 
Sometimes I think:
why don't I stop the bleeding?
it should be very easy
shouldn't it?

But I've gotten so used to the drip
the red, the lightness of my arms
so used to the thin, the dry feeling
 
And I'm curious what's going to happen
I'm curious if that someone 
comes around again with his needle
maybe punctuates my legs or

13.04.2023

Atemübungen #3 - Small Ones that Work Fast

In meinen letzten zwei Artikeln zum Thema Atem ging es einmal um die Wim-Hof-Methode, die ich seit 2018 über weite Strecken täglich praktiziere, wobei ich mich u.a. aus Gründen des Wassersparens mehr auf die Atmung konzentriere und weniger auf die kalten Duschen. Im zweiten Post habe ich einige Übungen genannt, die ebenfalls sehr wirkungsvoll sein können: Besonders zur Unterstützung von Meditationsübungen.

Nun möchte ich eine Reihe von kleinen, kurzen Übungen vorstellen, die bei regelmäßiger Anwendung große Kraft entfalten können. Noch ein kurzer Disclaimer: Da Atmung ein weites Feld ist, werden Begriffe von verschiedenen Personen sehr unterschiedlich verwendet. Ich erhebe keinen Anspruch von Vollständigkeit.



1.) Double Breath / Physiologischer Seufzer

Der sogenannte "Double Breath" kommt bei Säugetieren und Menschen natürlicherweise zur Entspannung vor. Bei Hunden z.B. kann man beobachten, wie sie manchmal, wenn sie auf ihrer Decke neben dem Sofa liegen, einmal lang einatmen und im Anschluss noch einen kurzen Einatmer hinterherschieben, um dann langsam auszuatmen. Dabei kann man sehen, wie sich der ganze Körper entspannt. 

Das gleiche geschieht bei Menschen, wenn sie schlafen. Man atmet durch die Nase ein, bis die Lunge fast voll ist und schiebt dann noch einen kurzen Atmer hinterher, um danach langsam auszuatmen. Man kann das beobachten, wenn Menschen weinen: auch da schieben sie hinter den langsamen Einatmer einen Kurzen und seufzen danach. 

Diese Technik lässt sich bewusst anwenden. Einfach dreimal hintereinander durch die Nase einatmen, einen kurzen Atmer nachschieben und langsam durch den Mund ausatmen. Hierbei weiten sich die Lungenbläschen (Alveolen) und können mehr Sauerstoff aufnehmen, bzw. mehr Kohlendioxid abbauen als bei gewöhnlicher Atmung.

2.) S-Atmung 

Diese Praxis hilft, die Lunge deutlich weiter von Luft zu entleeren als mit gewöhnlicher Atmung. Man atmet langsam durch den Mund aus. Dabei kann man den Mund spitzen, so als würde man durch einen Strohhalm blasen. Wenn keine Luft mehr kommt, macht man einen stummen S-Laut mit der Zunge und atmet weiter aus. Du wirst sehen, dass noch sehr viel Luft aus der Lunge kommt. Hierbei wird sozusagen alte Luft aus der Lunge herausgeholt. Dieser Übung wird eine reinigende Kraft zugeschrieben. Beim anschließend lockeren Rückfluss der Luft in die Lunge kann das Zwerchfell entspannen und sich lockern. Diese Praxis kann gut vor der Doppelatmung angewendet werden.

3.) Wechselatmung

Die zirkuläre Atmung ist sicher vielen bekannt, die sich in irgendeiner Form mit Atmung befassen. Hierbei atmet man durch ein Nasenloch ein, dann durch das andere aus, durch das zweite Nasenloch wieder ein und durch das Erste aus. Das wäre eine Runde. Die Nasenlöcher können mit den Fingern zugehalten werden. Allein fünf Runden von dieser Übung täglich können eine lebensverändernde Wirkung haben. Die Übung klärt den Geist und macht die Nebenhöhlen geschmeidig, so dass Luft leichter ein- und ausströmen kann. Wichtig bei dieser Übung ist die Regelmäßigkeit: Die Übung ist sehr kraftvoll und sollte bewusst verwendet werden. Sie eignet sich gut als Vorbereitung für die anderen genannten oder auch vor der Wim-Hof-Methode.


26.01.2023

Kleidung teilen und wiederverwerten: 2ndish - The Circulartiy Club in Ehrenfeld

Die Modeinstudrie gehört zu den größten Schädigern der Umwelt. Der Verbrauch von 8-10% der Treibhausgasemissionen wird ihr zugeschrieben. Die Produktion eines T-Shirts benötigt im Schnitt 2700 Liter Trinkwasser. Die Müllberge aus Kleidung umfassen jährlich 92 Millionen Tonnen - das entspricht einem vollen Lastwagen pro Sekunde. In Deutschland werden pro Kopf 5kg Kleidermüll jährlich weggeworfen. Ein Großteil aller Synthetikfasern wird aus Eröl hergestellt: das hat eine Reihe von negativen Folgen für die Umwelt. Unter anderem gelangen Mikroplastikpartikel in den Umweltkreislauf und letzten Endes in unsere Körper und die unserer Kinder.

(Siehe hier für mehr Infos)

Marie-Lune Simard aus Köln Ehrenfeld versucht mit ihrem Konzept 2ndish einen neuen Ansatz, um das Leben von Kleidung zu verlängern und aus alter Kleidung Neues herzustellen. Derzeit sucht sie über ein Crowdfunding-Projekt Unterstützer*innen.



01.01.2023

Bild des Tages #82


Als ich halb so alt war wie jetzt, konnte ich mir das Leben noch zurechtsimplifizieren. Das half bei der Orientierung. Je älter ich werde, desto öfter fühle ich mich von der Vielschichtigkeit des Lebens überwältigt.

28.12.2022

Bild des Tages #81


Manchmal fühle ich mich, als würde ich durch ein Labyrinth irren. Dabei beschleicht mich die Befürchtung, das was ich suche, sei irgendwo nebenan.

27.12.2022

Bild des Tages #80



Habe gerade gesehen, dass ich seit 2015 kein "Bild des Tages" gepostet habe. Damals hatte ich begonnen, ein Smartphone zu nutzen. Vorher hatte ich alle Bilder mit einer Digitalkamera gemacht. Die Smartphone-Bilder waren so schlecht, dass ich schnell die Lust verlor, sie zu veröffentlichen. Hier folgt jetzt als Scan das erste einer Reihe von Bildern, die ich im letzten Jahr mit Acrylstift gemalt habe.

06.12.2022

Erwachen

 


Es hat auf diesem Blog eine lange Pause gegeben. Bei mir war es eine Mischung aus Elternzeit und Corona. Irgendwann fing beides an, gewissermaßen etwas abzuklingen. Ganz langsam entwickelt meine Tochter erste Fäden von Selbstständigkeit. Und auch wenn Corona langsam zur Nebensache erklärt wird, beschleicht mich das Gefühl, dass Krise fortan Normalität sein wird. 

Durch die lange "Kunstpause", die durch Corona entstanden war, hatte ich quasi meine Sprache verloren. Ich musste und muss meine Beziehung zum Thema Kunst auf ganz neue Füße stellen. Zwar habe ich keinen Zweifel an der Relevanz von Kunst, aber doch muss ich diese Relevanz in Worte oder zumindest Gefühlsbilder fassen können. Nun hoffe ich auf ein Wiedererwachen dieses Blogs. Es ist ja nicht nicht so, als sei nichts passiert... 

11.11.2021

Premiere: Hippana.Maleta zeigt RUNNERS


Das letzte Stück von Hippana.Maleta "Tunnel", war bereits ein Coup. Das neue Stück Runners erwarte ich mit Freude und Spannung: Es wird bestimmt knackig frisch, lustig und spannend.

Termine: 
10.12.2021 20:00 Uhr
11.12.2021 16:00 Uhr

LATIBUL | Theater- & Zirkuspädagogisches Zentrum Köln - Zirkusgelände
An der Schanz 6
50735 Köln
0221 9957200
info@latibul.de

02.11.2021

Übungen am Morgen

Seit langer Zeit mache ich morgens Körperübungen. Sie sorgen dafür, dass ich angehem wach werde, ich verliere die Steifheit des Schlafes und kann gewissermaßen die Notwendigkeit, später noch Sport treiben zu müssen, gleich abhaken. Die Übungen sind außerdem notwendig, wenn ich morgens meditieren will: Ohne meinen Körper fürs Stillsitzen vorzubereiten, geht es nicht. Ich bin zu steif und bekomme nach wenigen Minuten Sitzen Schmerzen. 

Im Laufe der Jahre habe ich viele Übungsvarianten ausprobiert. Den klassischen Sonnengruß, Gelenkrotationen, Stretching, Gewichtheben, Isometrisches Training, Eigengewichtstraining. Bei keiner der Übungen war ich über längere Zeiträume mit den Ergebnissen zufrieden. Am besten ist es, wenn ich täglich variiere, doch da fehlen mir manchmal Disziplin und Übersicht. Also suche ich ständig nach Methoden, die ich täglich anwenden kann und die alle Zwecke erfüllen: Kraftaufbau, Flexibilität, Kreislauf, Atmung. 

Hier möchte ich drei Videos vorstellen, die mich nun schon eine ganze Weile begleiten und die, besonders nach einem Warm-Up, einen sehr breiten Bereich abdecken - alle drei haben gemeinsam, dass die Bewegungen langsam ausführt werden und mit dem Atem koordiniert sind. So kommt noch ein fünfter Trainingsfaktor hinzu: Präsenz.


1. Qigong, The Five Elements



2. Ten Mindfull Movements from Plum Village



3. Qigong, Eight Brocades


28.10.2021

Sommerblut Festival - Knock Out

 

In den vergangenen Wochen habe ich am Bühnenbild für die Sommerblut-Produktion "Knock Out" gearbeitet.

Gemeinsam mit Inhaftieren der Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf hat Regisseurin Elisabeth Pleß ein Stück entwickelt, das den Moment der Inhaftierung mit einem Knock-Out vergleicht: Von einem Moment auf den anderen ändert sich das Leben schlagartig. Außerdem stellen die Inhaftieren ihre Lebensphilosophien zur Diskussion und fragen sich: Ist der Mensch von Natur aus gut?

Das Stück wird vom 3. - 5.11. in der JVA gezeigt. Am 9.11. findet in der JVA Köln-Ossendorf ein Gastspiel statt. Mehr Infos hier.

29.05.2021

Flashback #11 - Moritz von Eschersheim

Moritz begegnete mir im Jahr 2001 auf einer Party in Neukölln. Außer dem Gastgeber kannte ich keinen und fühlte mich schnell gefährlich allein. Ich war neu in Berlin und ging öfter auf Partys, auf denen ich kaum jemanden kannte - manchmal endeten sie episch, manchmal gelang es mir nicht, mit jemandem ins Gespräch zu kommen und ich driftete von einem Raum in den nächsten, bis ich mich selbst durch die Tür in den Hausflur in die S-Bahn und nach Hause spülte.

Auf dieser Party erzählte mir in der Küche ein Schauspieler, wie er es in New York versucht hatte. Als er weinerlich wurde, diffundierte ich durch den Flur in ein Zimmer, in dem eine Handvoll Leute auf dem Boden saßen - es war ganz ruhig, der Abend war noch jung. Ich blieb in der Tür stehen und sagte: "Hallo, ich bin Max". Moritz blickte auf und sagte lächelnd: "Hallo, ich bin Moritz." 

Wenn zwei Leute Max und Moritz heißen, dann ist das eine Verbindung, auf die man bauen kann. Wir sind Freunde geworden - damals begann Moritz, zusammen mit Eike Hosenfeld Filmmusik zu machen - sie fingen mit einem Tonstudio im WG-Zimmer an und wurden im Laufe der Jahre richtig erfolgreich. Wenig später zog ich von Berlin nach Kopenhagen und kam fortan regelmäßig zu Besuch. Mit der Zeit wurden meine Fahrten in die Hauptstadt seltener - ich wollte in meiner Freizeit lieber Wälder sehen als Großstadttrubel. Auch ohne direkten Kontakt bleibt man über soziale Medien übereinander auf dem Laufenden. Und nun gibt es diesen schönen Youtube-Kanal. Alles Gute zum 20-jährigen Tonstudio-Jubiläum!

Der Jonglagemann: