Max Pothmann | Autor | Bühnenbild & Requisitenbau | Köln-Bonn
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19.01.2011

Selbstvertrauen

Neulich stand ich da, guckte auf das Kind, das friedlich in seiner Plastikwanne spielte und dachte: Gut. Sie ist noch zu klein dazu, um ins Klavier zu ziehen. Auf dem Boden sitzend führte ich anschließend ein Gespräch über Selbstvertrauen mit ihrem Papa.

Erstmal ging es um das Panikgefühl, dass uns beide zuweilen befällt, wenn wir im Stuhlkreis mit fremden Menschen sitzend die Vorstellungsrunde abwarten und immer nervöser werden, je näher der Moment rückt, an dem die Stimme krächzt, der Kopf knallrot wird oder man etwas total bescheuertes sagt (oder alle drei Sachen auf einmal).

Wir kamen zu folgender Schlussfolgerung:

Vielfach versuchen wir (Männer im Besonderen), Selbstvertrauen über Kompetenzen zu vergrößern. Im Dialog ist es absolut gängig, Kompetenzen subtextartig ins Gesagte einzubauen. Ziel: Höher stehen als der andere - selbstbewusster sein. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind bloß Schwachmaten und die nächste Vorstellungsrunde killt uns genauso schnell wie die letzte.

Selbstvertrauen...

1. Kompetenzen sind für'n Arsch.
2. (So weit kamen wir an dem Abend nicht, ich stand vom Boden auf und ging duschen) Frage:
Ist es möglich, dass wir durch Skeptizismus und kritische Gedanken natürlicherweise vorhandenes Selbstvertrauen zerstören, und erstmal damit aufhören müssten, um uns sicherer zu fühlen?

Über dem anderen stehen zu wollen ist ja sowieso Quatsch und nur aus dem Gefühl geboren, eine Flasche zu sein. Wer sich nicht als Flasche fühlt, der wird nicht das Bedürfnis verspüren, der King sein zu müssen.

15.01.2011

Innen - Außen

Aus der Reihe 'Wahrnehmungsschärfung für Alltags-Buddhisten' hier eine kleine Übung, die mir beim Wandern in holländischer Winterlandschaft in den Sinn kam:

1. Konzentriere dich auf dein inneres Zentrum. Wenn du ein Gefühl für deine innere Mitte gefunden hast, richte deine Aufmerksamkeit auf das hierzu benutzte (geistige) Wahrnehmungsorgan.

2. Jetzt konzentriere dich auf deine Sinne - besonders die Augen. Erkunde, wie sich die visuelle Wahrnehmung verändert, wenn der Geist loslässt und das Denken endet (die Augen geben den Fokus auf).

3. Wiederhole die ersten beiden Schritte ein paar Mal.

4. Jetzt beginne, die Schnittstelle zu suchen: Wo genau geschieht das Umschalten von nach innen gerichteter zu nach außen gerichteter Wahrnehmung?

Wie mein kölscher Mathelehrer zu sagen pflegte: Dat is de Stell', wo dat Pferd sisch lesch'.