Max Pothmann | Autor | Bühnenbild & Requisitenbau | Köln-Bonn
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04.12.2025

Lesung im hinterhof.kollektiv | Freitag, 23.01.26 in Köln-Ehrenfeld


Lesung am 23.01.26 im hinterhof.kollektiv 

Subbelrather Straße 138, Köln-Ehrenfeld 

Beginn: 20 Uhr.

Hier gibt's mehr Infos zum Buch sowie das aktuelle Weihnachtsangebot.


09.07.2025

Schnelle Abfahrten - Zwei Jahre fort aus der Großstadt - Aufs Land #3

Der Sonnenuntergang gehört zum Alltag...

Vor zwei Jahren sind wir aus Köln weg aufs Land gezogen. Nun leben wir eine Stunde entfernt in einem kleinen Dorf an der Sieg. Ich hatte 14 Jahre in der Domstadt gelebt, meine Partnerin noch einige Jahre länger. Die Stadt war unsere Heimat gewesen, wir haben sie geliebt und wollten nicht anderswo sein (außer vielleicht in Traumszenarien als Digital Nomads, die immer dort sind, wo die Sonne scheint). 

Dann änderte sich alles, wir wurden eine Familie und merkten auf einmal, dass wir für uns und unser Kind einen anderen Lebensraum wollten als die Großstadt. Es dauerte einige Jahre, bis wir die Entscheidung endgültig trafen und uns für einen Ort entscheiden konnten. Viele Aspekte flossen in diese Entscheidung ein. Wir wollten nicht anonym irgendwohin ziehen, wo wir niemanden kannten. Wir wollten einen guten Kindergarten (am besten im Wald), wir wollten an eine Bahnlinie angebunden sein. 

All das haben wir gefunden. Wir kannten schon Menschen, hatten schon Freunde hier. Wir hatten einige Male wochenweise Zeit hier verbracht. Unser Kind bekam einen Platz im Waldkindergarten. Und dreimal die Stunde fährt eine Bahn Richtung Köln und Bonn, im Idealfall braucht man weniger als eine Stunde von der Haustür bis zum Dom. 

Anfangs arbeitete ich noch oft in der Stadt. Lange Tage mit häufig mehr als drei Stunden für Hin- und Rückfahrt. Und ganz schnell merkte ich: Ich vermisse nichts. Für Cafés, Bars und kulturelle Veranstaltungen hatte ich als Famlienvater ohnehin kaum noch Zeit gehabt. Mir fiel auf, wie viel Stress der Verkehr in meinem Nervensystem auslöst, wie lange es braucht, um davon runterzufahren. Zwei Minuten an der Kreuzung Venloer Straße/Gürtel in Ehrenfeld hieß 24 Stunden ein Sirren in den Nervenbahnen. Kein Wunder, das ich, solange ich in Köln wohnte, ständig das Gefühl hatte, hetzen zu müssen, mich fast immer beeilte irgendwo anzukommen, kaum jemals wirklich zur Ruhe kam.

Hier ist das anders: Abends ist es still. Keine Autos fahren vorbei (auch tagsüber nur so selten, dass kleine Kinder fast völlig gefahrlos unbeaufsichtigt auf der Straße sein können). Nicht nur wir, auch die Menschen um uns herum haben mehr Ruhe. Moden und Äußerlichkeiten, die uns zwar auch in Köln kaum interessierten, uns aber doch umgaben, spielen hier kaum eine Rolle. Ein Auto - wenn man eins haben muss - soll fahren. Bei den Ebikes, die hier wegen starker Steigungen Sinn machen, zählt nicht, ob sie irgendwie cool aussehen, sondern höchstens, ob sie einen Motor haben, der noch die stärksten Steigungen auch mit einem Kind im Sitz und einem im Hänger schafft. 

Natürlich ist auch das Soziale ein anderes. Nicht, dass es in Köln schlecht war: Wir hatten eine schöne Nachbarschaft, kannten fast alle Menschen, die um uns herum wohnten und fühlten uns nie allein. Aber die Freundschaftsbeziehungen waren fragmentiert - man sah sich häufig mit Abständen von ein, zwei, drei Monaten. Hier trifft man sich - besonders im Sommer - auf der Straße. Per Dorfchat werden fast täglich Dinge verschenkt oder Suchen nach Dingen (Handwerksmaschinen) innerhalb von Stunden beendet. Fragen (z.B. nach guten Ärzt:innen) werden beantwortet, Helfer:innen für Lastentransporte oder ähnliches lassen sich leicht finden.

Und unser Kind kann draußen im Wald aufwachsen. Schon jetzt, noch ein Jahr von der Schule entfernt, verbringt es ganze Nachmittage selbstständig mit Freund:innen draußen in der Nachbarschaft (viele Gärten sind offen, die Kinder dürfen sich ohne zu fragen darin bewegen, auf dem Trampolin springen etc.). Und, wegen der Steigungen, sind sie schon jetzt Meister in schnellen Abfahrten mit Laufrad und Co.


02.07.2023

Aufs Land

Es geht los: wir verlassen Köln und ziehen aufs Land. Ich habe nun über 14 Jahre in der Domstadt gelebt.

Viele Szenen des alltäglichen Lebens rund um Ehrenfeld betrachte ich in diesen letzten Wochen mit Wehmut. Köln ist meine Heimat gewesen und wird immer einen Platz in meinem Herzen behalten.

08.05.2023

Bild des Tages #86


Diese recht spartanische Form von Kunst fand ich vor einigen Jahren über der Klopapierrolle im Bad in einer Ehrenfelder WG. Der Satz ist hängen geblieben und kommt mir immer wieder in den Sinn. Menschen (mich eingeschlossen) so zu interpretieren, dass sie während des Sprechens über andere Aussagen über sich selbst treffen, ist viel interessanter als die 1:1-Aufnahme der Worte.  


26.01.2023

Kleidung teilen und wiederverwerten: 2ndish - The Circulartiy Club in Ehrenfeld

Die Modeinstudrie gehört zu den größten Schädigern der Umwelt. Der Verbrauch von 8-10% der Treibhausgasemissionen wird ihr zugeschrieben. Die Produktion eines T-Shirts benötigt im Schnitt 2700 Liter Trinkwasser. Die Müllberge aus Kleidung umfassen jährlich 92 Millionen Tonnen - das entspricht einem vollen Lastwagen pro Sekunde. In Deutschland werden pro Kopf 5kg Kleidermüll jährlich weggeworfen. Ein Großteil aller Synthetikfasern wird aus Eröl hergestellt: das hat eine Reihe von negativen Folgen für die Umwelt. Unter anderem gelangen Mikroplastikpartikel in den Umweltkreislauf und letzten Endes in unsere Körper und die unserer Kinder.

(Siehe hier für mehr Infos)

Marie-Lune Simard aus Köln Ehrenfeld versucht mit ihrem Konzept 2ndish einen neuen Ansatz, um das Leben von Kleidung zu verlängern und aus alter Kleidung Neues herzustellen. Derzeit sucht sie über ein Crowdfunding-Projekt Unterstützer*innen.



09.01.2017

Schubladenlesung mit Melanie Raabe


Am Donnerstag veranstalte ich gemeinsam mit der Autorin Melanie Raabe eine Schubladenlesung im Café Weltemfänger in Ehrenfeld. Herzlich Willkommen!

Was man so alles findet, wenn man nach langer Zeit mal wieder seine Schubladen öffnet! Das gilt nicht nur für all den alten Kram, der sich über die Jahre in Kommoden ansammelt – D-Mark-Stücke! Lakritze! Kaugummis, Lichterketten, Pailletten, Kondome! – sondern auch für Schreibtische.

Die Kölner Autoren Max Pothmann und Melanie Raabe haben ihre Schubladen durchforstet, sind dabei auf Lustiges, Skurriles, Unglaubliches und halb Vergessenes gestoßen – und haben sich entschieden, daraus vorzulesen. Ein kunterbunter, literarischer Abend in schönster Kneipenatmosphäre.

Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr
Café Weltempfänger, Venloer Str. 196 - 50823 Köln
Eintritt frei  

10.06.2016

Im öffentlichen Bücherschrank

Gefunden in den Tagebüchern von Anaïs Nin

Einen beträchtlichen Teil meines Lesestoffs finde ich in öffentlichen Bücherschränken, die es in Köln mittlerweile in jedem Viertel gibt. Ein besonders lebendig genutztes Exemplar steht neben der Drahtflechterei in Ehrenfeld: Hier finden sich täglich neue Bücher. Außerdem ist der Schnitt an Konsalik, Simmel und den sonstigen üblichen Verdächtigen ("Salz auf unserer Haut", "Nicht ohne meine Tochter", "Die fünfte Frau") geringer, als zum Beispiel hier in Bickendorf.

Zu den Schätzen der letzten Zeit gehörten "Hang High the Roof Beam, Carpenters" von J.D. Salinger oder "Cloudstreet" von Tim Winton, einem mir völlig unbekannten, australischen Autor. Sehr zu empfehlen für Freunde der sanft gebogenen Realtität.

Den handschriftlichen Eintrag oben fand ich heute in einer Ausgabe der Tagebücher von Anaïs Nin. Sie sind insofern interessant für mich, weil ich ebenfalls seit Jahren meine Tagebücher abtippe. Wer weiß, was daraus eines Tages noch wird.

06.05.2014

Aktuell II

Drahtflechterei - Körnerstraße 56 - Köln

Am Mittwoch, 14. Mai lese ich um 19 Uhr aus meinem Buch Richtung Kiribati. In der Drahtflechterei, Körnerstraße 56, Köln-Ehrenfeld.

04.02.2014

Bild des Tages #57

Wandmalerei in der Heliosstraße in Ehrenfeld

Solche Farben helfen gegen den Winter - der hier in Köln bereits merklich den Rückzug antritt. Letzte Woche fuhr ich um 17 Uhr mit dem Rad vom CTW-Büro nach hause (ich war lange nicht im Büro gewesen) - da war es noch vollkommen hell. Wie glücklich mich das macht!

06.02.2013

Bild des Tages #46

Mosaik-Relief am Bürgerzentrum Ehrenfeld

17.04.2012

Time Off

Zurück in Ehrenfeld, wo die Leute auf der Straße musizieren

In den vergangenen Wochen ist so viel passiert, dass nicht nur dieser Blog sich in einer Ohnmacht befand. Ihr solltet mal mein Zimmer sehen!
Seit fast sieben Wochen lebe ich wieder in diesem Viertel. In dieser Zeit gab es:

- Proben für eine Tanzinstalltion von Ilona Pászthy, mit Premiere am 30. März im Rautenstrauch-Joest-Museum
- Tanzauftritte während der Nachtstillen in der Lutherkirche
- die drittletzte Aufführung von Das Werk / Im Bus / Ein Sturz von Elfriede Jelinek im Schauspielhaus
- Proben und ein Auftritt mit Wort und Tonschlag (ein weiterer am Freitag im Cáffezinho in Kevelaer)
- erste Schritte auf dem Weg zu einer neuen Theater-Produktion mit Oliver Möller
- ein 5-tägiger Workshop mit dem Titel "Der Menschen zwischen Autismus und Down-Syndrom" für den DRK
- Unterrichtsvertretungen in modernem Tanz

Nebenbei bin ich froh, wieder in einem Haus mit Klavier zu leben. Bald soll ein neues kommen. Eines, dass nicht ganz so schief klingt. Auch durfte ich mich zum ersten Mal an einem kleinen MS-20 Korg-Synthesizer ausprobieren: Der kanadische Musiker Khôra wohnt gerade bei uns und bringt eine Menge Klang mit...