Max Pothmann | Autor | Bühnenbild & Requisitenbau | Köln-Bonn
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09.07.2025

Schnelle Abfahrten - Zwei Jahre fort aus der Großstadt - Aufs Land #3

Der Sonnenuntergang gehört zum Alltag...

Vor zwei Jahren sind wir aus Köln weg aufs Land gezogen. Nun leben wir eine Stunde entfernt in einem kleinen Dorf an der Sieg. Ich hatte 14 Jahre in der Domstadt gelebt, meine Partnerin noch einige Jahre länger. Die Stadt war unsere Heimat gewesen, wir haben sie geliebt und wollten nicht anderswo sein (außer vielleicht in Traumszenarien als Digital Nomads, die immer dort sind, wo die Sonne scheint). 

Dann änderte sich alles, wir wurden eine Familie und merkten auf einmal, dass wir für uns und unser Kind einen anderen Lebensraum wollten als die Großstadt. Es dauerte einige Jahre, bis wir die Entscheidung endgültig trafen und uns für einen Ort entscheiden konnten. Viele Aspekte flossen in diese Entscheidung ein. Wir wollten nicht anonym irgendwohin ziehen, wo wir niemanden kannten. Wir wollten einen guten Kindergarten (am besten im Wald), wir wollten an eine Bahnlinie angebunden sein. 

All das haben wir gefunden. Wir kannten schon Menschen, hatten schon Freunde hier. Wir hatten einige Male wochenweise Zeit hier verbracht. Unser Kind bekam einen Platz im Waldkindergarten. Und dreimal die Stunde fährt eine Bahn Richtung Köln und Bonn, im Idealfall braucht man weniger als eine Stunde von der Haustür bis zum Dom. 

Anfangs arbeitete ich noch oft in der Stadt. Lange Tage mit häufig mehr als drei Stunden für Hin- und Rückfahrt. Und ganz schnell merkte ich: Ich vermisse nichts. Für Cafés, Bars und kulturelle Veranstaltungen hatte ich als Famlienvater ohnehin kaum noch Zeit gehabt. Mir fiel auf, wie viel Stress der Verkehr in meinem Nervensystem auslöst, wie lange es braucht, um davon runterzufahren. Zwei Minuten an der Kreuzung Venloer Straße/Gürtel in Ehrenfeld hieß 24 Stunden ein Sirren in den Nervenbahnen. Kein Wunder, das ich, solange ich in Köln wohnte, ständig das Gefühl hatte, hetzen zu müssen, mich fast immer beeilte irgendwo anzukommen, kaum jemals wirklich zur Ruhe kam.

Hier ist das anders: Abends ist es still. Keine Autos fahren vorbei (auch tagsüber nur so selten, dass kleine Kinder fast völlig gefahrlos unbeaufsichtigt auf der Straße sein können). Nicht nur wir, auch die Menschen um uns herum haben mehr Ruhe. Moden und Äußerlichkeiten, die uns zwar auch in Köln kaum interessierten, uns aber doch umgaben, spielen hier kaum eine Rolle. Ein Auto - wenn man eins haben muss - soll fahren. Bei den Ebikes, die hier wegen starker Steigungen Sinn machen, zählt nicht, ob sie irgendwie cool aussehen, sondern höchstens, ob sie einen Motor haben, der noch die stärksten Steigungen auch mit einem Kind im Sitz und einem im Hänger schafft. 

Natürlich ist auch das Soziale ein anderes. Nicht, dass es in Köln schlecht war: Wir hatten eine schöne Nachbarschaft, kannten fast alle Menschen, die um uns herum wohnten und fühlten uns nie allein. Aber die Freundschaftsbeziehungen waren fragmentiert - man sah sich häufig mit Abständen von ein, zwei, drei Monaten. Hier trifft man sich - besonders im Sommer - auf der Straße. Per Dorfchat werden fast täglich Dinge verschenkt oder Suchen nach Dingen (Handwerksmaschinen) innerhalb von Stunden beendet. Fragen (z.B. nach guten Ärzt:innen) werden beantwortet, Helfer:innen für Lastentransporte oder ähnliches lassen sich leicht finden.

Und unser Kind kann draußen im Wald aufwachsen. Schon jetzt, noch ein Jahr von der Schule entfernt, verbringt es ganze Nachmittage selbstständig mit Freund:innen draußen in der Nachbarschaft (viele Gärten sind offen, die Kinder dürfen sich ohne zu fragen darin bewegen, auf dem Trampolin springen etc.). Und, wegen der Steigungen, sind sie schon jetzt Meister in schnellen Abfahrten mit Laufrad und Co.


02.07.2023

Aufs Land

Es geht los: wir verlassen Köln und ziehen aufs Land. Ich habe nun über 14 Jahre in der Domstadt gelebt.

Viele Szenen des alltäglichen Lebens rund um Ehrenfeld betrachte ich in diesen letzten Wochen mit Wehmut. Köln ist meine Heimat gewesen und wird immer einen Platz in meinem Herzen behalten.

19.11.2018

Overhead Project - My Body is Your Body

Nachdem ich bereits am Objektbau für Surround beteiligt war, hab ich für die neue Produktion von Overhead Project drei Stühle gebaut, die Barhockern ähneln. Aus Vierkantstahlrohr, mit verspiegelten Sitzflächen und Rückenlehnen, auseinandernehmbar. 
Die drei Darsteller*innen Leon Börgens, Leonardo García und Mijin Kim zeigen unter der Leitung von Tim Behren ein wahres Fest der Bewegungskunst.

Das Stück ist für den Kölner Tanztheaterpreis 2018 nominiert!



Mehr Infos mit Terminen und Presseschau hier.

15.03.2017

LeseSport Samstag, 18.03.2017


Hier tritt mein Text "Nicht echt, Walter" in den Ring.

09.01.2017

Schubladenlesung mit Melanie Raabe


Am Donnerstag veranstalte ich gemeinsam mit der Autorin Melanie Raabe eine Schubladenlesung im Café Weltemfänger in Ehrenfeld. Herzlich Willkommen!

Was man so alles findet, wenn man nach langer Zeit mal wieder seine Schubladen öffnet! Das gilt nicht nur für all den alten Kram, der sich über die Jahre in Kommoden ansammelt – D-Mark-Stücke! Lakritze! Kaugummis, Lichterketten, Pailletten, Kondome! – sondern auch für Schreibtische.

Die Kölner Autoren Max Pothmann und Melanie Raabe haben ihre Schubladen durchforstet, sind dabei auf Lustiges, Skurriles, Unglaubliches und halb Vergessenes gestoßen – und haben sich entschieden, daraus vorzulesen. Ein kunterbunter, literarischer Abend in schönster Kneipenatmosphäre.

Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr
Café Weltempfänger, Venloer Str. 196 - 50823 Köln
Eintritt frei  

14.12.2016

Kwaggawerk & Naüm: Godzilla tanzt Gnosienne




Im Herbst lud das Kunstorchester Kwaggawerk die französlischen Straßenmusiker und -performer Naüm aus Frankreich ein, um eine Gruselperformance mit dem Titel "Godzilla tanzt Gnossiene" auf die Beine zu stellen. Am 3. Oktober 2016 bespielten wir nachmittags hintereinander Ebert- und Wienerplatz in Köln. Hier ist ein Video-Zusammenschnitt der gesamten Vorstellung. Viel Spaß beim Zuschauen!

07.10.2016

On Hold

Das Kwaggawerk am Tag der deutschen Einheit auf dem Wiener Platz. Foto: Steff Adams


Ich habe im Oktober 2008 mit dem Bloggen begonnen. Anfangs lag der Blog noch auf meiner Webseite. Wegen der besseren Anwendbarkeit zog ich nach gut zwei Jahren zu Blogspot um. Mit nur ganz wenigen Ausnahmen habe ich jeden Monat mindestens einen Post veröffentlicht. Diese Kette ist nun zum ersten Mal unterbrochen worden. Der letzte Post liegt drei Monate zurück. 

Woran liegt das?

Ein Grund, der Standard-Grund, ist die Menge der sonstigen Arbeit. Dieses Jahr ist ein Arbeitsjahr. Die Holzwerkstatt und meine Tätigkeit als Vorstandsmitglied von Barnes Crossing nehmen so viel Raum ein, dass ich abends eigentlich immer froh bin, wenn ich alles geschafft habe, was gleichzeitig Dringend und Wichtig war - und das oft auch an Wochenenden.

Ein weiterer Grund ist das Profil dieses Blogs. Bisher gab es keine klaren Grenzen, innerhalb derer sich die Inhalte ansiedeln ließen. Eigene Kunstprojekte, Texte, Fotos, Internet-Videos - aber auch Urlaubsbilder. Das fühlt sich mittlerweile zu unscharf an. Hinzu kommt, dass die Kunst in meinem Leben im Moment zu selten an erster Stelle zu finden ist - zumindest im unmittelbaren Schaffen (ich lese wie ein Schwamm). Das soll sich ändern. Drückt mir die Daumen, dass es nächstes Jahr anders wird.

Und nun: 

Auch wenn die Kunst nur streckenweise erster Stelle steht, so doch immer wieder. Wie  zum Beispiel letztes Wochenende, als das Kwaggawerk zusammen mit der französischen Straßenmusik-Truppe NAÜM eine wilde Gruselperformance hinlegte. Am Tag der deutschen Einheit bespielten wir den Wiener- und den Ebertplatz in Köln mit düster-grotesken Liedern. Und ich spielte zum ersten Mal in meinem Leben öffentlich Posaune.

Hier drei Videos:






17.11.2015

Der Tastenmann


Der Tastenmann bei der Arbeit. Letzten Freitag spielte er zusammen mit Püppkens & Co im Café Duddel. Das Café Duddel ist ein Institution in der Nähe der Uni-Mensa: Hier treffen sich Menschen im Spektrum zwischen Literaten und Erstsemestern. Hinten durch hat der Laden einen Raum, der sich als Kleinkunstbühne eignet. Was wir nicht wussten: Der gesamte Laden befand sich mitten in einer Renovierungsphase. Das war die charmanteste, schrabbeligste Bühne, auf der ich je gestanden habe. Wobei "Stehen" nicht ganz stimmt: Als Schattenspieler für den Mondmann sitze ich die ganze Zeit. 

Erik Werner alias Der Tastenmann spielt dieses Wochenende von Donnerstag bis Sonntag im Theater im Hof SYMPHONIA, ein Stück über die Figur, die so verliebt ist in die Klaviertaste, dass sie sogar darauf schläft! Das war mein letzter Bühnenbildauftrag: Eine 1,80 Meter große Klaviertaste zu bauen.

10.04.2015

Bild des Tages #75

Jetzt kommt er endlich: Der Frühling

15.02.2015

Bild des Tages #74



Alle Jahre wieder: Karneval in Köln! Hier im Bild: Mme. Möller.
Dieses Jahr bin ich fast täglich mit dem Kunstorchester Kwaggawerk unterwegs.

11.06.2014

Bild des Tages #64


Ein guter Ort zum Denken: Die Leuchte Kaffeebar am Karolingerring in der Kölner Südstadt.

08.03.2014

Bild des Tages #59

Die Lindenstraße, aus Richtung des Rings gegen 17 Uhr.

Ich liebe Köln für dieses tief stehende, blendende Licht in den frühen Frühlingstagen. Heute gab es den ersten Gehsteig-Kaffee von "Formula Uno" in der Südstadt. Es war - kaum zu glauben, kaum zu fassen - Pulloverwetter.

09.10.2013

Vorankündigung: ERBEN am 15./16.11. in Köln!

Spielort: Barnescrossing in der Wachsfabrik, Industriestraße 170
50999 Köln
Uhrzeit: 20:00 Uhr

Foto: Marcin Bajor

 

Erben

Ein Stück Tanz und Theater

Ein 70-jähriger Mann auf der Bühne, seine Gestalt und seine Haut erzählen die Geschichte eines langen Lebens. Eine Frau nimmt ihn behutsam in den Arm. Sie ist viel jünger als er, fast noch ein Mädchen. Ein anderer Mann, Anfang 30, erzählt von seinem ersten Kind. Übermütig lachen sich zwei Männer in Rage. Die Grenzen sind ihnen abhanden gekommen – wie anderen Leuten der Schirm oder der Hut.

In „Erben“ spielt ein Ensemble auf der Bühne, dessen Altersunterschiede 50 Jahre umspannen und dessen ältester Tänzer 72 Jahre alt ist.

Die Berührung von Menschen unterschiedlicher Generationen ist Thema dieses Abends. Woher kommt das Bedürfnis nach Berührung? Wann ist Berührung erlaubt? Wo Grenzen ziehen?
Wie ist das, wenn jemand einen Menschen liebt, der tabu ist? Weil er zu jung ist oder zu alt? Oder zur Familie gehört?

Mit den Mitteln des Tanztheaters, des Physical Theatre und des Schauspiels erzählt "Erben" mal poetisch, mal grotesk von den Problemen der Generationen - begleitet von Live-Musik.

Die Künstlergruppe MP2 wurde 2010 von Oliver Möller und Max Pothmann gegründet. Mit "Erben" zeigt sie ihre zweite spartenübergreifende Produktion in Köln und NRW.

Von: MP2
Mit: Hartmut Misgeld, Oliver Möller, Max Pothmann und Katharina Simbrunner, Musik: Daniel Wouters

05.03.2011

Bild des Tages #5

Südstadt-Karneval