16.11.2020

Atemübungen - die Wim Hof Methode

Photo by Jeremy Bishop on Unsplash


Vor zwei Jahren habe ich mit den Übungen der Wim Hof Methode begonnen. Sie setzt sich grob gesprochen aus Atemübungen und kalten Duschen zusammen. Ihr Entwickler, der Niederländer Wim Hof, ist Extremsportler und zur Zeit eine Art Livestyle-Guru. Er hält diverse Weltrekorde - zum Beispiel zweistündiges Sitzen in Eiswasser - und lässt sich und seine Arbeit wissenschaftlich erforschen. Alle bisherigen Ergebnisse bestätigen die positiven Effekte, die er seinen Übungen zuschreibt. 

Ich konzentriere mich eher auf die Atemübungen, die, wie die bisherige Forschung zum Thema sagt, die größeren Effekte haben soll. Sie setzen sich aus einer Form von kontrollierter Hyperventilation und Atemhalten zusammen. Schon beim allerersten Mal gelingt es Übenden in der Regel, ihre Zeit des Atemhaltens deutlich zu steigern - bei mir hat sie sich sofort verdoppelt und nach kurzer Zeit konnte ich vier Minuten die Luft anhalten, was weder nötig noch besonders erstrebenswert ist und mittlerweile bei mir auch nicht mehr passiert. 

Zu den Effekten der Übungen gehören: Kräftigung des Immunsystems, Senkung des PH-Wertes (was zum Beispiel zur Entspannung beiträgt) sowie psychische Effekte wie Stimmungshebung und Konzentrationssteigerung. Nach zwei Jahren, in denen ich die Übungen über weite Strecken täglich gemacht habe, kann ich sie klar empfehlen. Sie haben z.B. dazu beigetragen, dass meine muskulären Verspannungen weniger geworden sind. Außerdem machen sie Spaß und bilden eine gute Ergänzung zu Körperübungen und Meditation. Alle drei Elemente zusammen sollten ohnehin zu einer ganzheitlichen Übesession gehören.

Falls du interssiert bist, folgen hier drei Videos:

1. Ein Interview mit Wim Hof, das einen guten Überblick gibt und Lust macht, die Methode selbst auszuprobieren

2. Eine kurze und klare Anleitung für die Atemübungen. Bei Interesse kannst du hier auch eine Anleitung zu den kalten Duschen sowie ein kostenloses Ebook finden. Für weitere "Free Mini Classes" muss man sich auf seiner Webseite einmal anmelden.

3. Ein Follow-Along-Video, das dich auch graphisch wirkungsvoll bei den Atemübungen begleitet und den Einstieg erleichtert. 


 


30.06.2020

Rückentraining - Ganzkörpertraining #3: 21 Übungen und Howto

Foto: Kelly Sikkema

In meinem ersten Post zu diesem Thema schreibe ich von vier Kraftübungen, die ich täglich mache, um meinen Rücken zu stärken und meinen Körper für langes Sitzen am Schreibtisch fit und schmerzfrei zu halten. Bei mir waren Kopfschmerzen als Folge verspannter Nacken- und Rückenmuskeln Grund für die Suche nach einer langfristigen Lösung. Gerade für Einsteiger möchte ich hier etwas genauer beschreiben, wie diese vier Übungen aussehen können.

Es gibt eine schier unerschöpfliche Zahl von Kraftübungen ohne Geräte. Zu deren Vorteilen zählt, dass sie überall ausgeführt werden können und tendentiell die Gelenke weniger belasten, als Training mit Gewichten. Für Erfahrene lassen sich viele dieser Übungen mit Wasserflaschen, kleinen Hanteln oder einem Besenstiel schwerer und komplexer gestalten. Ich bin sieben Jahre regelmäßig zweimal pro Woche in ein Fitnessstudio gegangen. Mittlerweile reichen mir im Wesentlichen ein Besenstiel, eine Blackroll und eine Klimmzugstange im Türrahmen.

Die Klassiker unter den Eigengewichtsübungen sind Kniebeugen, Liegestütze und Klimmzüge, der sogenannte "Gefängnis-Triathlon". Diese drei sind jedoch für Anfänger alles andere als leicht korrekt durchzuführen, auch wenn in Trainingsbüchern, Magazinen und im Netz häufig zu ihnen geraten wird. 
Mit "korrekt" meine ich: Gelenkschonend und tatsächlich das Körperzentrum kräftigend - wer sich überfordert, tendiert dazu, periphere Muskeln überzubeanspruchen - häufig sind mehr Verspannungen und Schmerzen die Folge. Wer anfängt, sollte es sich nicht gleich so schwer machen, auch wenn wir alle Bilder vor Augen haben, wie Menschen zwanzig Liegestütze machen, als sei es das Normalste der Welt. 

Liegestütze müssen am Anfang nicht unbedingt sein. Foto: Ayo Ogunseinde

Hier folgt gleich eine Auswahl von 21 Übungen. Alle lassen sich variieren. Zum Teil sind die Namen eher als Oberbegriff zu verstehen. Fast alle von ihnen lassen sich sowhohl statisch als auch dynamisch ausführen - also als Bewegung oder als "Hold" in einer Position. In die dynamischen Versionen kannst du Pausen von zunächst 1-2 Sekunden einbauen, um beides zu mischen. In der Regel genau an dem Punkt, an dem es am anstrengendsten ist. 

Je erfahrener du bist, desto differenzierter kannst du Muskeln ansteuern. Am Anfang sollten die Übungen einfach sein. Es ist wichtig, dass du dich wohl fühlst - glaube mir, das bringt dich am weitesten. Erkärungen zu den Übungen findest du über die Suchmaske von Youtube oder (besser) bei Wikipedia. Dort gibt es teilweise animierte Grafiken, die eine korrekte Ausführung darstellen. Die klassischen Sit-ups habe ich weggelassen. Erstens sind wir durch unser Sitzen an Tastaturen ohnehin schon zu sehr nach vorne gekrümmt und zweitens sind sie für Anfänger nur schwer so auszuführen, dass sie tatsächlich stark machen. Es geht hier in erster Linie um Kraftaufbau - nicht um Aussehen, aber das wäre noch ein Thema für sich.

21 Kraftübungen
  1. Plank (Unterarmstütz)
  2. Bridge 
  3. Planche
  4. Bird Dog 
  5. Superman
  6. Russian Twist
  7. Dead Bug
  8. Leg Raise 
  9. Hip Raise
  10. Flutter Kick 
  11. Deadlift (Kreuzheben)
  12. Squat (Kniebeuge)
  13. Shrimp
  14. Hang
  15. Row
  16. Front Lunge (Ausfallschritt)
  17. Dip (Barrenstütz)
  18. Woodchopper
  19. Pike Press 
  20. Bear Crawl (Krabbeln)
  21. Calf Raise
Gilt als eine der essentiellsten Übungen: Deep Squat oder Kniebeuge. Foto: Sergio Pedemonte

Jetzt stellt sich noch die Frage: WIE soll ich trainieren?

Suche dir vier Übungen aus. Du kannst praktisch alle miteinander kombinieren. Manchmal wirst du dich auf eine Muskelgruppe konzentrieren, manchmal mit den Übungen alle großen Muskeln ansprechen, manchmal nur statisch oder dynamisch trainieren wollen. Du kannst auch den Zufall sprechen lassen. Manche Leute würfeln tatsächlich, um täglich neue Sequenzen zu finden. Solltest du diese Liste als Grundlage nehmen, empfiehlt es sich, jeden Tag kurz zu notieren, welche Übungen du gemacht hast, damit du im Laufe der Zeit alle abdeckst. Wahrscheinlich wirst du deine Schwachstellen immer wieder "vergessen".

Zunächst wärme deinen Körper auf. Wippe zum Beispiel einige Minuten lang locker in den Knien, um die Blutzirkulation in Gang zu bringen und deine Gelenke etwas "anzuweichen". Hier ist ein Beispiel für eine einfach Sequenz.

Nun folgt das Training. Eine einfache Methode ist das Arbeiten mit Timer, in der Uhrfunkion jedes Handys zu finden. Stelle ihn für den Anfang auf 30 Sekunden. Du machst jede Übung 30 Sekunden lang, mit Pausen, die ebenfalls 30 Sekunden dauern. Das gilt sowohl für dynamische, als auch für statische Übungen. Das Ganze wiederholst du dreimal (drei "Sätze"). Das ist vielleicht noch nicht besonders hart, aber das soll es auch nicht sein. Langsam kannst du die Zeit schrittweise auf 60 Sekunden erhöhen und vom ersten bis zum dritten Satz jeweils um 10 Sekunden verlängern. Jeder Körper ist unterschiedlich - lasse dir Zeit, eine Routine zu entwickeln.

Ich selbst mische mein Training mittlerweile wieder mehr mit Yoga und Qigong-Übungen. Das Sonnengebet und die acht Brokate zwischen das Krafttraining gestreut sorgen wirkungsvoll für einen starken, entspannten Rücken. Wie du es schaffen kannst, dir eine Routine aufzubauen, die längerfristig hält, dazu schreibe ich bei nächster Gelegenheit.

Nach dem Training sollte zumindest ein kurzes Abkühlen stattfinden. Nimm' einige entspannte Dehnpositionen ein, die im Idealfall die gerade trainierten Muskeln ansprechen. Zum Schluss kannst du noch drei Minuten auf dem Rücken liegen und dabei versuchen, dein Gewicht an den Boden abzugeben.

26.06.2020

Auf der Straße gefunden

Dieses Bild mit dem Titel "Heroes" fand ich an einer Tür in der Marienstraße in Ehrenfeld. Ein Besuch auf der Instagram-Seite des Künstlers M.J. Hiblen lohnt sich besonders für Comic-Fans.


Kurzer Nachtrag: Es gibt sogar Schutzmasken mit dem Motiv...

24.06.2020

Helpful words about anger, by Abraham Twerski

Who doesn't have problems with anger? Either you have to much of it or too little. Abrahm Twerski gives a helpful line of thoughts, starting with separating anger into three parts: anger, rage and resentment. Personally I'd be happy to feel less resentment. Working on it.

Movement - Sugar Ray, Maradona, Rickson

Some people who really know how to move:



26.03.2020

Konzerte von zu Hause: Pandemic Swing Sessions No.1 (Thimo Niesterok & Stefan Rey)

In diesen Zeiten, die für mich noch aus ganz anderen Gründen als der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Folgen nicht einfach sind, bringen Thimo Niesterok und Stefan Rey mit der ersten Pandemic Swing Session ein wenig Licht in unser Leben.

31.08.2019

Sharp Tools - Cormac McCarthy - The Crossing

Ich lese zum zweiten Mal und mit noch größerem Genuss die Border Trilogy von Cormac McCarthy. The Crossing, das zweite Buch, ist rauer und unangepasster als das erste, romantischere All the Pretty Horses. Beide erzählen von den Abenteuern junger Cowboys in Mexiko.
In The Crossing überquert der 16-jährige Billy Parham die Grenze, nachdem er eine Wölfin gefangen hat, die er in die Wildnis, aus der sie gekommen ist, zurückbringen will. Die Erzählung der Beziehung zwischen den beiden gehört für mich zu den Perlen der Erzählkunst.

Hier eins meiner Lieblingszitate:



Hier gibt es erstmal die buchstäbliche Bedeutung des Satzes: Wenn ich arbeite, brauche ich gutes, gepflegtes Werkzeug. Die Zeit für dessen Pflege rentiert sich. Außerdem macht mir die Arbeit mehr Freude. Das ist beim Schreinern der Fall, aber auch im Alltag, zum Beispiel beim Kochen mit scharfen oder stumpfen Messern (das war Anthony Bourdains erster Tip fürs Kochen: Besorg dir ein scharfes Messer).

Im übertragenen Sinne finde ich in diesem Zitat das Entschuldigungsverhalten, mit dem man sich selbst daran hindert, die eigenen Träume und Ziele zu verwirklichen oder auch nur ganz allgemein ein Stück über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich kann keine lange Reise machen, ich habe kein Geld. Ich kann das Buch nicht lesen oder schreiben, das Bild nicht malen, den Tanz oder die Sprache nicht lernen, weil ich keine Zeit habe. Ich würde gerne ein eigenes Business gründen, aber mein Job ist so angestrengend, dass ich die Energie dafür nicht finde. Ein Kreislauf, der nicht aufhört, wenn man nicht innehält und hochschaut.

So: Consider taking some time to get your bearing and sharpen your tools...


ein Tipp: Englische Übersetzungen der spanischen Textstellen in McCarthys Büchern gibt es HIER.


29.08.2019

Go all the way

Zwei Gedichte von Charles Bukowski, von ihm selbst vorgelesen: