13.06.2018

In Kugeln Wald

Schon seit einiger Zeit verfolge ich die Entwicklungen der "Tiny House Bewegung". Immer mehr Menschen bauen sich ultrakleine Häuser. Dabei geht es genauso um das Senken der Lebenshaltungskosten auf ein Minimum, wie um die Reduktion materieller Ansprüche. Im Idealfall lässt sich ein Tiny House mit dem PKW bewegen. Die Tatsache, dass man derzeit bei Tchibo Tiny Houses bestellen kann, spricht dafür, dass wir es hier mit mehr als einer winzigen Randbewegung zu tun haben.

Etwas weiter gefasst, lässt sich die Tiny House Bewegung in eine Zeitströmung einordnen, der es draum geht, das eigene Leben räumlich und ökologisch selbst zu gestalten. Häufig wollen Menschen, die sich dieser Strömung zuordnen lassen, weniger Zeit mit Geldverdienen verbringen. In ihrer sogenannten freien Zeit liegen sich jedoch nicht am Strand in der Sonne, sondern sie bauen, gestalten, gärtneren, bereisen den Planeten, suchen und finden neue Lebensräume. Ob sie in umgebauten Lastern unterwegs sind, Wasserreinigungsysteme oder Treibhäuser entwerfen oder im amerikanischen Westen Häuser aus Blechdosen bauen: Sie leben einfach, kreativ und haben ein Stück weit das gängige Raster unserer Lebensnormen verlassen. Nur selten geben sie ihrem Ansatz ein politisches Label, vielmehr sprechen hier Taten statt Worte. 

Ein gutes Portal mit Netz-Information ist Faircompanies.

Der Youtube-Kanal von Kirsten Dirksen bietet eine Fülle von Inspiration. Diese zum Beispiel:

23.04.2018

Ithaka #5 - Zurück nach Deutschland


Seit einigen Tagen bin ich nach drei Monaten aus Ithaka zurückgekehrt. Hinter mir liegt eine spannende, lehrreiche Zeit. Drei Monate in relativer Einsamkeit, in einer einfachen Hütte mit Meerblick und praktisch keinerlei Ablenkung. Kein Verkehrslärm. In der ganzen Zeit kamen zweimal Menschen unangemeldet vorbei - und angemeldet auch nicht öfter. Ich konnte mich voll und ganz auf das Schreiben konzentrieren.

Hier folgen noch einige fotografische Eindrücke.


Strand "Filiatro"

Abgesehen vom Erlebnis der Einsamkeit und dem täglichen Schreiben war das Kennenlernen der Gemeinschaft von Sarakiniko sehr bewegend. Mir sind einige wunderbare Menschen begegnet. Oberflächlich habe ich einen Eindruck davon bekommen, wie sich die Idee eines gemeinschaftlichen Inselparadieses im Laufe von vier Jahrzehnten entwickelt. Aus den anfänglich über 200 Gesellschaftern sind 60 geworden. Heute lebt noch etwas mehr als ein Dutzend permanent auf der Insel. Für viele ist ihre Hütte zum Urlaubsort geworden, in dem sie die klimatisch angenehmsten Monate des Jahres verbringen. Sich hier auch eine Existenzgrundlage zu schaffen, hat damals nur für wenige funktioniert, zumal es der Gruppe nicht gelang, als Gemeinschaft wirtschaftliche Lösungen zu finden.

Der letzte Abend, Saharastaub in der Luft

Morgensonne


Präsent in Griechenland: Die Kirche

Die "Sarakiniko-Bucht"

Strand bei Lefki

Das Hafenbecken von Vathy im Morgendunst

Heimreise - ein letzter Blick zurück

24.03.2018

Ithaka #4 - Nach 9 Wochen

* Bilder im nächsten Post weiter unten*

Das Blogposten ist hier nicht einfach: Trotz XL-Tarif kann ich keinen mobilen Hotspot einrichten, um meinen Computer mit dem Netz zu verbinden. So bleibt nur ein Smartphone der Marke Blackberry. Deren Software rutscht mehr und mehr an den Rand der Marginalisierung: Die Googledienste z.B. funktionieren im Browser kaum, so dass die Bedienung des Blogs zum Nervenkrimi wird, weil mir ständig die Bilder um die Ohren fliegen und scrollen unmöglich ist.

Ich bin nun seit neun Wochen hier. Mein Leben ist denkbar einfach: Ich nutze Solarstrom. Zum Waschen und Kochen verwende ich Regenwasser, dass in drei Tonne gesammelt wird, die insgesamt 6.000 Liter fassen. Die Dusche ist kalt (klaro). Geheizt wird mit Holz, das ich anfangs noch selbst sammeln musste. Es hat fast sechs Wochen gedauert, bis ich mir eine Ladung Brennholz organisiert hatte. Da die meisten Brennholzkäufe VOR dem Winter erledigt werden, war es schwer, überhaupt noch abgelagertes aufzutreiben. Wer sich vorstellt, ich säße gegenüber dem fiesen deutschen Winter hier ständig im Sonnenschein, liegt daneben: Zum einen ist es dieses Jahr ganz ungewöhnlich regnerisch hier. Zum anderen brauchen auch im Mittelmeer die Temperaturen Zeit, bis sie frühlingshaft oder gar sommerlich werden. Die Deutschen, die hier wohnen, ziehen schon achtungsvoll die Augenbrauen hoch, wenn ich ihnen erzähle, dass ich bereits ein paar Mal schwimmen war. Lange habe ich es im Wasser noch nicht ausgehalten, aber wenigstens war ich drin. Die nächste Einkaufsmöglichkeit liegt 50 Gehminuten rauf und runter entfernt. In den ersten Monaten bin ich das noch recht häufig gelaufen. Mittlerweile hat es sich eingespielt, dass ich einmal in der Woche mit Bewohnern der Gemeinschaft fahre und auch weiß, was für Lebensmittel ich brauche, um eine Woche auszukommen. Feta, Olivenöl, Eier und selbstgemachten Wein, in dem nichts ist als Trauben, bekomme ich von Leuten aus dem Ort. Olivenöl und Wein kommen einfach in 1,5-Liter Plastikflaschen, in denen vorher Wasser war.
Ich lebe von Haferbrei, Reis, Nudeln und Bohnen (und Keksen). Gemüse kaufe ich nur, was sich länger hält – Möhren, Zwiebeln, vielleicht eine Spitzpaprika. Mein Kühlschrank ist ein feuchtes Tuch auf dem kühlen Fliesenboden im Bad. Darunter hält sich die Kaffeemilch aus der Dose fast eine Woche.
Nach neun Wochen relativer Einsamkeit fange ich an, mich auf Köln zu freuen. Auch wenn ich jetzt schon für diese Zeit äußerst dankbar bin. Länger allein zu sein ist lehrreich. Nicht nur lerne ich massig über das Schreiben – ich lerne mich auch wieder selbst ein Stück weit besser kennen. Einem Freund habe ich das als „den Reset-Knopf-drücken“ beschrieben, was wirklich ganz gut zutrifft. Fragen wie „Was motiviert mich?“ - „Was ist mir wichtig?“ - „Warum bewege ich mich überhaupt?“ - „Was macht Sinn?“ finden hier splitterweise Antworten. In Köln hatte ich das Gefühl, innerlich mit der Zeit immer mehr zu versanden und nicht mehr zwischen Wichtig und Unwichtig unterscheiden zu können.

Ithaka #3 - Bilder

Siehe Post 'Ithaka #4' für mehr Info.

Eins der tollen Häuschen auf der Halbinsel

Abendstimmung




Blick auf das Hafenbecken von Vathy

05.02.2018

Ithaka #2

Arbeitsaussicht

Hier der zweite Post aus Griechenland. Seit zwei Wochen bewohne ich eine Hütte auf Ithaka. Die Hütte befindet sich auf der Halbinsel Sarakiniko, die Ende der 70er Jahre von einer Gruppe Deutscher erworben wurde. Ein Aussteigerparadies. 

Die Hütte von Süden 

Terassenblick



25.01.2018

Ithaka #1: Schreiben in Griechenland

Seit einigen Tagen bin ich auf der griechischen Insel Ithaka, um den Roman, den ich letztes Jahr mit Hilfe eine Startnext-Crowdfunding-Projektes begonnen habe, weiter zu schreiben. Dieses Jahr habe ich mir den Wunsch erfüllt, für drei Monate die Großstadt zu verlassen und einen ruhigen Ort zum Arbeiten aufzusuchen. Hier folgen ein paar Bilder meiner Anreise und meines Domizils:

Zwischenstation: Schreiben in Patras mit Blick auf den Golf von Korinth
Der erste Blick auf die Insel
Mein Domizil
Morgens
Abends
Der nahgelegene Traumstrand


07.07.2017

Flashback #9: Moritz Ecker - Weltreise mit Videoblog

Was macht ein Musiker, der gerade ein neues Album aufgenommen hat und nebenbei plant, 20.000 Kilometer mit dem Fahrrad über den Globus zu fahren? Er geht auf Weltfahrradtournee! 


Moritz studierte zeitgleich mit mir an der Folkwang Uni Jazz-Gitarre. Nach dem Studium zog er zurück in seine Heimatstadt Berlin. Im Sommer 2011, zeitgleich mit meiner eigenen Fahrradtour nach Frankreich, fuhr er auf der Suche nach Songtexten auf einem alten Peugot-Rennrad 3.000 Kilometer bis ans Nordkapp – und zurück. Wir mailten uns während der Fahrt: Bei mir wurde es immer wärmer. Er schrieb, er habe sich eine Daunenjacke gekauft und führe durch Schnee.

Im Jahr darauf folgte für ihn die nächste Reise. Die Distanz sollte eine ähnliche sein, die Richtung eine andere. Nach Süden diesmal. Sein Rad trug ihn bis nach Istanbul. „Früher bin ich einfach losgefahren“, sagt er heute, „wenn man ans Mittelmeer will, fährt man erstmal nach Leipzig, danach immer weiter geradeaus.“

2013 folgte eine Reise nach Albanien. Dieses Mal hatte er eine Gitarre dabei, um unterwegs seine Songs spielen zu können. Sein Rennrad trug ihn mitsamt Instrument über die Alpen. In Albanien fand er eine andere Welt vor, in der es rauer und direkter zuging, als im sicheren Deutschland. Langsam formte sich die Idee für eine wirklich weite Reise.


Im Frühjahr 2015 kündete er seinen Job als Lehrer an einer Berliner Musikschule. Er hatte Geld gespart und wollte sich endlich wieder der eigenen Musik widmen. Schon seit zwei Jahren gab es Pläne für ein neues Album mit Songs für die Band Cats Don't Talk, die er auf seinen Radtouren geschrieben hatte. Im August 2016 war das Album Yes fertig. Es folgte die obligatorische Labelsuche. Gleichzeitig gab es diesen Reiseplan...

„Ich habe mich gefragt, welcher Ort am weitesten von Berlin entfernt liegt. Ein Ort, der auf dem Landweg zu erreichen ist." Die große Weltkarte, die in seiner Küche hängt, gab Antwort: Singapur. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, dachte er. Er hatte etwas Geld. Er hatte Zeit. Er hat eine verständnisvolle Frau.

Seit über zwei Monaten ist Moritz jetzt unterwegs und postet von unterwegs Videoblogs, die ich euch wärmstens an Herz legen kann. Wenn das kein Fernweh weckt!


26.06.2017

Kwaggawerk spielt Extraschicht

Am Samstag, 24.06. fand im Ruhrgebiet wieder die Extraschicht statt. In dieser "Nacht der Industriekultur" wurden an 46 Spielorten in 21 Städten über 500 Veranstaltungen geboten. Auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen war das Kwaggawerk mit fünf Aufritten, einer spontanen Fahrt im motorlosen Karussel und auf der legendären Förderband-Rolltreppe dabei.

07.06.2017

Unterwegs Staunen

In letzter Zeit begegnet mir immer wieder Kunst, die sich auf den Weg macht. Zum Beispiel die radreisende Gedichtrezitatorin Anna-Magdalena Bössen mit "Deutschland - Ein Wandermärchen" oder die Daumenkinographie von Volker Gerling, die ihn zu Fuß von Berlin bis München brachte.

Ganz besonders schön ist das Pilgrim's Cabinet von Astrid Mendez. Bei diesen Bildern fragt man sich: Was, was, was macht sie dort bloß, dass die Leute so staunen?

The Pilgrim's Cabinet Tour 2017 from Astrid Mendez on Vimeo.

17.05.2017

4 Tage Eifelwanderung

Bestens beschildert: Der Eifelsteig

Eine mehrtägige Wanderung von Jugendherberge zu Jugendherberge: das wollte ich schon lange machen. Touren mit Zelt und Kochausrüstung stehen meist unter dem Zeichen des schweren Gewichts und der körperlichen Strapazen in den ersten Tagen. Wenn man ohnehin nur vier Tage hat, ist die Hemmschwelle groß, sich überhaupt auf den Weg zu machen. Also der Gedanke, in Jugendherbergen einzukehren. Man braucht nur wenig Gepäck und es ist bezahlbar.

Zuerst meldete ich mich beim Deutschen Jugendherbergswerk an. 22,50€ pro Jahr kostet die Mitgliedschaft, für Familien oder Paare genügt ein Beitrag. Es reicht bei kleinen Gruppen auch, wenn nur die Buchende Mitglied ist. Der Vorgang ließ sich in wenigen Minuten online erledigen.

Als nächstes galt es, drei nicht zu weit von Köln entfernte Jugendherbergen zu finden, deren Distanzen eine Tagesetappe nicht überschritten. In NRW fand ich die folgenden Möglichkeiten: Das Bergische, den Nationalpark Eifel und die Vulkaneifel. Im Bergischen, so kommt es mir jedenfalls vor, ist mehr Verkehr als in der Eifel. Den Nationalpark kennen wir schon recht gut. Also Vulkaneifel. Ich buchte je eine Nacht in Gerolstein, Daun und Manderscheid. Kostenpunkt incl. Abendessen und Frühstück ca. 75€ pro Nacht. In Nachhinein fanden wir heraus, dass man vegetarische Kost am besten gleich bei der Buchung im Bemerkungsfeld angibt.

Die Reise ging über das Osterwochenende von Freitag bis Montag. Wir fuhren mit der Bahn bis Oberbettingen-Hillesheim, eine entspannte Tagesetappe von Gerolstein entfernt. So dachte ich jedenfalls. Wir entstiegen der Bahn gegen Mittag, hielten eine gemütliche Lunchpause und gingen los. Schon nach zwei Abbiegungen zeigte sich, dass meine "Geomap"-Wanderkarte nicht die ideale Begleiterin war: Die Wege waren ungenau eingezeichnet, fehlten teilweise. Wir folgten von da an dem bestens beschilderten Eifelsteig, der auf der gesamten Tour zu unserem Begleiter wurde. Was ich anfangs noch nicht wusste: Dem Eifelsteig sind kurze Wege egal. Er führt gerne in Schleifen und Bögen durch die Landschaft. Sein Ziel ist einzig der schöne, erlebnisreiche Weg. Ein Vermeidung von Höhenmetern z.B. gehört nicht zu seinen Ambitionen.

"Heimatblick" nach Norden, Richtung Hillesheim

Die erste Etappe war gekennzeichnet von offenen, welligen Landschaften. Pünktlich um 18 Uhr erreichten wir die Jugendherberge Gerolstein, wo man sich gerade zum Abendessen niedergelassen hatte. Ein kleines Zimmer mit Etagenbett. Nach dem Essen ein Radler und tiefer, tiefer Schlaf.

Am nächsten Tag war Daun das Ziel. Die Wettervorhersage bestenfalls mittelgut, Regenwahrscheinlichkeit 90%. Wir legten los - der Eifelsteig war längst ein alter bekannter. Mitten auf der waldigen, hügeligen Strecke lag der Nerother Kopf, ein malerischer Hügel mit alter Feste auf dem Gipfel, den wir erreichten, als Regen und Wind sich gerade richtig eingroovten. Der Eifelsteig hatte zuvor eine umständliche Runde um das Dorf Neroth gedreht - ich war ihm hier zum letzten Mal aufgessen und nutzte von da an meine OpenMaps-Karten im Handy, um allzugroße Schlenker zu vermeiden.

Hier freut sich der Brückenkonstrukteur über Inspiration

Die letzten Kilometer bis zur Jugendherberge Daun wurden wir von einem maßstabsgetreuen Planetenmodell begleitet. Ein letzter Aufstieg zur Herberge, geschafft! Spätestens hier wurde mir wieder richtig bewusst, wie gerne ich Jugendherbergen mag. Das Menschengewusel, die vielen Familien, das gemeinsame Essen, die Einrichtung, die sich auf das Wesentliche beschränkt - sie gefallen mir. Wir teilten unseren Tisch mit einem Australier, der in Gewaltmarschetappen den Eifelsteig von Aachen bis Trier bezwingen wollte. Er lief mit Vollgepäck, Stöcken und geschwollenem Knie. Trotz allem war er gut gelaunt und mitteilsam.

Auch hier wurden wir abends nicht alt. Als wir am nächsten Morgen zum Frühstück herunter kamen, sah ich unseren Tischnachbar schon vollbepackt auschecken. Für uns folgte die schönste der drei Etappen. Dem Eifelsteig ging ich nicht noch einmal auf den Leim. Statt seine Ehrenrunde südlich von Daun mitzudrehen, folgten wir direkt dem "Lieser-Wanderweg", der uns durch dieses malerische Flußtal direkt nach Manderscheid leiten sollte. Unterwegs trafen wir unseren Australier wieder, der treu dem Eifelsteig folgte, so dass wir ihn trotz unsere späteren Abreise und unseres gemütlicheren Tempos einholten. Kein Regen. Das Gewicht spürten wir nicht mehr. Sauerstoff ins Hirn und laufen. Was will man mehr?

Zu Ostern noch kaum ergrünt: Das überaus malerische Lieser-Tal

In Manderscheid, wo wir wieder kurz vor Abendessen ankamen, erreichten wir die gemütlichste und netteste der drei Jugendherbergen. Das Küchenpersonal war sehr bemüht, alle satt und zufrieden zu machen, während in Gerolstein und Daun noch eher Mensa-Assotiationen wachgerufen wurden.

Am Montag regnete es. Statt wie geplant nach Westen bis Kyllburg zu laufen und dort in die Bahn zu steigen, nahmen wir einen  Bus über Daun nach Gerolstein und erreichten Köln zwar körperlich müde aber geistig tief erfrischt. Nachahmen? Unbedingt empfohlen!

29.03.2017

Sich wieder finden - "Kai" von Andreas Cumming

Im Netz gute Tanzfilme zu finden ist nicht ganz einfach. Das Wort "Tanz" (oder "Dance") wird in zu vielen Zusammenhängen genutzt. Auch "zeitgenössisch" oder ähnliche Labels bringen kaum weiter.

Umso mehr freue ich mich, wenn ich etwas entdecke wie den folgenden Film. Ich finde mich darin wieder und stelle mir vor, dass das vielen Tänzern so geht.

Kai (2015) from Andrew Cumming on Vimeo.

23.03.2017

Flashback #8 Hannibillica | Kevin Dorney

Ich begegnete Kevin Dorney auf meiner Radtour ans Mittelmeer im Sommer 2011 in Nîmes. Eine Freundin aus Köln hatte mir die Jugendherberge dort empfohlen, da müsse ich unbedingt einen Stopp machen.

Nachdem ich mit all meinem Gepäck im kleinsten Gang einen der sieben Hügel der Stadt erklommen hatte, fand ich ein heimliches Paradies, in dem ich unter Olivenbäumen für wenig Geld mein Zelt aufschlagen und einige Tage Pause machen konnte. Unter den illustren Gästen gab es zwei unbezahlbare Dinge: Tolle Gespräche und schöne Feste.

Kevin las ein Buch über Hannibal Barkas und war so fasziniert von dessen Geschichte, dass er sich aufmachte, den Weg selbst nachzugehen, den der Karthager im dritten Jahrhundert vor Christus mit mehr als 50.000 Soldaten, 9.000 Reitern und 37 Elefanten begann, um Rom zu besiegen. Über 2000 Kilometer, die Pyrenäen und die Alpen zu Fuß - inklusive Kameraausrüstung.

Nun ist das Video endlich fertig. Hut ab!