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| Dramatic Sky in Chalon-sur-Saône a few years ago |
Max Pothmann | Autor | Bühnenbild & Requisitenbau | Köln-Bonn
Mehr Infos auf meiner Webseite www.maxpothmann.de
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07.06.2023
25.04.2023
21.05.2019
Schweden 2019 - Besuch in Småland
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| Gärdshult am Abend |
Im April war ich im schwedischen Småland in der Nähe von Oskarshamn, etwa 350 Kilometer von Malmö entfernt. Das Anwesen Gärdshult, das mittelfristig für Vermietungen offen stehen soll, liegt 20 Kilometer von der Ostseeküste entfernt im Wald. Drei Wohngebäude gruppieren sich um einen Platz, das Ganze liegt an einem kleinen See in völliger Ruhe: Hier kommt buchstäblich niemand vorbei. Es gibt weder fließend Wasser noch Anschluss ans Stromnetz - man wirtschaftet mit Regenwasser und Solarstrom. Geheizt wird mit Holz, gekocht mit Gas. Ein toller Ort, um sich aus allem Trubel auszuklinken.
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| Hiervon bekomme ich nie genug: Von der Farbe des skandinavischen Himmels |
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| Einige Wochen später als in Deutschland: Erste Frühlingsboten |
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| Waldlicht am frühen Morgen |
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| Karge Moorlandschaft |
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| Nachts war es oft unter Null Grad, morgens dampfte der kleine See |
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09.02.2019
In einem Atemzug um die Welt
Tief einatmen und einmal unter Wasser um die Welt... Guillaume Néry und seine Frau Julie Gautier hinter der Kamera (ebenfalls frei tauchend) zeigen, wie's geht:
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18.01.2019
Backpacking auf Gran Canaria
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Die Kanarischen Inseln sind ein beliebtes Urlaubsziel für Mittel- und Nordeuropäer. Das Wetter auf den "Inseln des ewigen Frühlings" ist auch im Winter warm genug für einen Urlaub mit Rucksack und Zelt.
Strand- und Wanderurlaub lassen sich auf Gran Canaria, dem zweitgrößten Eiland des Archipels, gut miteinander verbinden. Es gibt eine ganze Reihe schöner Strände abseits vom Massentourismus. Und die Bergwelt im Landesinneren bietet eine riesige Fülle von Wandermöglichkeiten.
Nach drei Reisen dorthin habe ich hier meine Erfahrungen gebündelt und eine Liste von Campingplätzen erstellt.
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| Wegweiser zum Campingplatz Villamar, Tasartico |
Fortbewegung
Das Busnetz auf der Insel ist umfassend und angenehm - die türkisfarbenen Busse werden liebevoll "Guaguas" genannt. Man erreicht alle größeren Orte - auch die hochgelegenen Bergstädtchen wie Artenara und Temisas. Da manche Strecken nicht von Bussen angefahren werden, trampen wir gelegentlich. Bisher haben wir eine Erfolgsquote von 100% und sind immer von netten Menschen mitgenommen worden, teils von Touristen, teils von Einheimischen, die stets über die Maßen hilfsbereit waren.
Und jetzt zu den Campingplätzen:
Camping Playa de Vargas
Dieser Platz eignet sich schon wegen seiner Nähe zum Flughafen für einen Besuch. Wir fahren in der Regel nach unserer Anreise zuerst dorthin. Der Campingplatz ist nicht direkt ans Busnetz angeschlossen - man kann für 1,40€ mit der Buslinie 1 Richtung Süden bis auf 1,2 Kilometer heranfahren und den Rest laufen bzw. trampen. Die Busfahrer wissen Bescheid, wenn man ihnen den Namen des Platzes als Ausstieg nennt. Alternativ kostet ein Taxi vom Flughafen ca. 15,-€.
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| Campingbucht am Playa de Vargas |
Der Campingplatz liegt ein paar Hundert Meter mit freier Sicht vom Strand entfernt. Man zeltet windgeschützt in kreisförmigen Betonbuchten, die mit schattenspendenden Schilfrohrdächern bedeckt sind. In den Buchten sind in der Regel einige Stühle und ein Tisch vorhanden. Es gibt sogar aufgebaute Zelte für Minimalisten, die ohne Zelt reisen, sowie Holzhütten zum Mieten. Auf dem Campingplatz ist ein Restraurant.
Der Srtand grenzt an ein kleines Naturschutzgebiet. Er ist in drei Segmente geteilt: Schwimmer, Wind- und Kitesurfer. Der Wellengang kann intensiv sein. Am Ufer ist der Strand steinig - ist man einmal im Wasser, steht man jedoch auf Sand, so dass man gut barfuß baden kann.
Kleine Abzüge gibt es in Vargas für den gelegentlich starken Wind, die nachts bellenden Hunde auf einem Nachbargrundstück und den Lärm der Flugzeuge. Trotzdem ein friedlicher Ort, an dem man gut einige Tage verbringen und sich eingewöhnen oder den Urlaub ausklingen lassen kann. Für zwei Personen mit Zelt kostet eine Nacht 15,-€. Ab zwei Nächten pro Nacht 10€,-. Zur Webseite.
Camping El Pinillo
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| Rechts unten liegt im Tal Camping El Pinillo |
El Pinillo bietet Platz für Caravane und für Zelte sowie kleine Holzhütten zum Mieten. Es gibt einen Pool und ein gutes Restaurant mit freundlichem Service. Der Platz hat einen vergleichsweise hohen Standard und erinnert ein Stück weit an ein kleines Ferienresort. Hier machen auch viele Einheimische Urlaub.
Der Ort eignet sich gut als Startpunkt für Wanderungen. Man kann entweder gleich von der Südspitze des Parkplatzes nach Westen in die Höhe gehen oder die Straße bis Soria hochfahren/trampen, um dort oben Wanderungen zu beginnen - beispielsweise zum Stausee Presa De Las Niñas, wo sich auch eine Zona de Acampada befindet (s.u.).
Camping Villamar (Nachtrag im Jahr 2024: der Platz existiert nicht mehr, ist jetzt ein Ferienresort)
Stellt man sich die rundliche Form von Gran Canaria vor wie das Ziffernblatt einer Uhr, liegt ungefähr auf halb acht die Touristenhochburg Puerto de Mogan. Wer nach Tasartico weitermöchte, sollte hier Vorräte einkaufen - ein Supermarkt liegt in Sichtweite des Bushofs. Von hier fährt die Buslinie 38 nach La Aldea de San Nicolas. Auf dieser Route liegt mein Lieblingscampingplatz. Der Bus fährt eine gute Stunde zum Abzweig Tasartico. Man befindet sich nun im Westen der Insel, in einem der letzten Täler mit dauerhaft sommerlichem Wetter.
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| Mein Lieblingsplatz - Camping Villamar bei Tasartico |
Von der Bushaltestelle führt die schmale Straße GC204 ca. 7 Kilometer ins Tal hinab. Trampen ist hier relativ einfach, weil die Autos langsam fahren müssen und alle Fahrer wissen, dass der Weg etwas beschwerlich ist. Vom Örtchen, in dem es weder Handynetz noch Einkaufsmöglichkeiten gibt, führt eine Schotterstraße die letzten drei Kilometer zum Strand. Die Schotterstraße ist bekannt, weil hier der Abzweig zur Wanderung zum Playa de Güigüí liegt, einem der schönsten Strände der Insel, der nur zu Fuß über einen 500 Meter hohen Pass zu erreichen ist.
Aber wir wollen erstmal weiter. Der Campingplatz Villamar liegt einige hundert Meter vom Wasser entfernt im Tal. Es gibt ein kleines Restaurant und einen Minimarkt, der die nötigsten Dinge bietet. Waren früher die Duschen noch kalt, sind sie mittlerweile morgens und abends warm. Man zeltet auf Terassen. Mit etwas Glück findet man Platz unter einem der Johannisbrotbäume. Die Besitzer sind sehr freundlich, ebenso der Mann, der sich um die Camper kümmert. Eine Übernachtung mit Zelt kostet für zwei Personen mit Zelt ca. 10,-€. Alternativ zu mieten sind auch hier Holzhütten oder ein Apartement.
Außer einigen kanarischen Dauercampern gibt es in der Regel nur wenige Gäste: ein wunderbar ruhiger Ort, wo Katzen in der Sonne liegen und die Zeit langsam verstreicht. Der Strand ist steinig und manchmal etwas wild - Wasserschuhe erleichtern den Ein- und Ausstieg beträchtlich. Man sieht oft Leute schnorcheln, manche fischen auch schwimmend.

Aufwachen nach einer Nacht unter freiem Himmel am Playa de Güigüí
Der Platz eignet sich als Basis für die Wanderung nach Güigüí. Man kann z.B. das Zelt und einen Teil seiner Ausrüstung stehen lassen, zum Strand wandern, dort unter offenem Himmel übernachten und am nächsten Tag zurückkehren. Da es in Güigüí Trinkwasser gibt, braucht man nicht allzuviel mitzunehmen. Es gibt in Tal sogar eine Hütte, in der man ein Bier oder einen Kaffee bekommt. Die Tour ist an einem Tag machbar, was ich nur für Geübte empfehle. Vom Barranco de Tasartico zweigen noch einige kleine Täler ab, die gut für Touren eigenen. Auch hier sollte man etwas Erfahrung mitbringen.
Außer einigen kanarischen Dauercampern gibt es in der Regel nur wenige Gäste: ein wunderbar ruhiger Ort, wo Katzen in der Sonne liegen und die Zeit langsam verstreicht. Der Strand ist steinig und manchmal etwas wild - Wasserschuhe erleichtern den Ein- und Ausstieg beträchtlich. Man sieht oft Leute schnorcheln, manche fischen auch schwimmend.
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| Aufwachen nach einer Nacht unter freiem Himmel am Playa de Güigüí |
Camping La Marciega
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| Am Strand von La Aldea de San Nicolás, Blick nach Süden |
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| Camping La Marciega am Strand von La Aldea de San Nicolás |
Der Campingplatz La Marciega liegt an der Straße zum Strand. Manchmal ist das Tor verschlossen - dann kann man die Telefonnummer anrufen, die auf dem Schild steht. Ein ganz einfacher Platz mit einer warmen Dusche, einer Toilette und Trinkwasser, auf dem man völlig in Ruhe gelassen wird. Auch hier kostet die Nacht für zwei Personen 10,-€. Man hat einen wunderbaren Blick auf die Berge und kann den Roque Nublo sehen, das Wahrzeichen der Insel. Minuspunkt: Nebenan liegt ein Wasser- oder Energiewerk, das durchgängig rauscht.
Naturcampingplätze
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| Zona de Acampada Presa de las Niñas |
- Presa De Las Niñas - (bereits unter "El Pinillo" erwähnt). Liegt auf 500 Meter, wunderschöner Blick nach Süden.
- Tamadaba - über 1.000 Meter hoch, östlich von La Aldea de San Nicolas, wie auch die anderen beiden im Kiefernwald gelegen. Unzählige Wandermöglichkeiten, z.B. ins Tal von Juncalillo, in dem sich 2.000 Jahre alte Höhlenbehausungen finden (man kann auch in Höhlen übernachten, z.B. in "Puerta del Sol")
- El Garañón - liegt in der Mitte der Insel auf ca. 1.000 Meter. Der Pico de las Nieves, der höchste Gipfel der Insel, liegt in Reichweite.
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| Blick auf den Stausee Presa de las Niñas |
25.08.2018
Reise nach Sambia
Im Juli war ich in Sambia. Hier sind einige Eindrücke der Reise, gefilmt von Ichiro Mizutani:
Zambia Part 2 from Ichiro Mizutani on Vimeo.
Zambia Part 2 from Ichiro Mizutani on Vimeo.
01.07.2018
23.04.2018
Ithaka #4 - Zurück nach Deutschland
Seit einigen Tagen bin ich nach drei Monaten aus Ithaka zurückgekehrt. Hinter mir liegt eine spannende, lehrreiche Zeit. Drei Monate in relativer Einsamkeit, in einer einfachen Hütte mit Meerblick und praktisch keinerlei Ablenkung. Kein Verkehrslärm. In der ganzen Zeit kamen zweimal Menschen unangemeldet vorbei - und angemeldet auch nicht öfter. Ich konnte mich voll und ganz auf das Schreiben konzentrieren.
Hier folgen noch einige fotografische Eindrücke.
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| Strand "Filiatro" |
Abgesehen vom Erlebnis der Einsamkeit und dem täglichen Schreiben war das Kennenlernen der Gemeinschaft von Sarakiniko sehr bewegend. Mir sind einige wunderbare Menschen begegnet. Oberflächlich habe ich einen Eindruck davon bekommen, wie sich die Idee eines gemeinschaftlichen Inselparadieses im Laufe von vier Jahrzehnten entwickelt. Aus den anfänglich über 200 Gesellschaftern sind 60 geworden. Heute lebt noch etwas mehr als ein Dutzend permanent auf der Insel. Für viele ist ihre Hütte zum Urlaubsort geworden, in dem sie die klimatisch angenehmsten Monate des Jahres verbringen. Sich hier auch eine Existenzgrundlage zu schaffen, hat damals nur für wenige funktioniert, zumal es der Gruppe nicht gelang, als Gemeinschaft wirtschaftliche Lösungen zu finden.
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| Der letzte Abend, Saharastaub in der Luft |
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| Morgensonne |
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| Präsent in Griechenland: Die Kirche |
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| Die "Sarakiniko-Bucht" |
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| Strand bei Lefki |
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| Das Hafenbecken von Vathy im Morgendunst |
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| Heimreise - ein letzter Blick zurück |
24.03.2018
Ithaka #3 - Nach 9 Wochen
Ich bin nun seit neun Wochen hier. Mein Leben ist denkbar einfach: Ich nutze Solarstrom. Zum Waschen und Kochen verwende ich Regenwasser, dass in drei Tonne gesammelt wird, die insgesamt 6.000 Liter fassen. Die Dusche ist kalt (klaro). Geheizt wird mit Holz, das ich anfangs noch selbst sammeln musste. Es hat fast sechs Wochen gedauert, bis ich mir eine Ladung Brennholz organisiert hatte. Da die meisten Brennholzkäufe VOR dem Winter erledigt werden, war es schwer, überhaupt noch abgelagertes aufzutreiben.
Wer sich vorstellt, ich säße gegenüber dem fiesen deutschen Winter hier ständig im Sonnenschein, liegt daneben: Zum einen ist es dieses Jahr ganz ungewöhnlich regnerisch hier. Zum anderen brauchen auch im Mittelmeer die Temperaturen Zeit, bis sie frühlingshaft oder gar sommerlich werden. Die Deutschen, die hier wohnen, ziehen schon achtungsvoll die Augenbrauen hoch, wenn ich ihnen erzähle, dass ich bereits ein paar Mal schwimmen war. Lange habe ich es im Wasser noch nicht ausgehalten, aber wenigstens war ich drin.
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| Meine Küche |
Die nächste Einkaufsmöglichkeit liegt 50 Gehminuten entfernt, rauf und runter. In den ersten Monaten bin ich das noch häufig gelaufen. Mittlerweile hat es sich eingespielt, dass ich einmal in der Woche mit Bewohnern der Gemeinschaft fahre und auch weiß, was für Lebensmittel ich brauche, um eine Woche auszukommen. Feta, Olivenöl, Eier und selbstgemachten Wein, in dem nichts ist als Trauben, bekomme ich von Leuten aus dem Ort. Olivenöl und Wein gibt es in 1,5-Liter Plastikflaschen, in denen vorher Wasser war.
Ich lebe von Haferbrei, Reis, Nudeln und Bohnen (und Keksen). Gemüse kaufe ich nur, was sich länger hält – Möhren, Zwiebeln, vielleicht eine Spitzpaprika. Mein Kühlschrank ist ein feuchtes Tuch auf dem kühlen Fliesenboden im Bad. Darunter hält sich die Kaffeemilch aus der Dose fast eine Woche.
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| Das Hafenbecken des Ortes Vathy |
Nach neun Wochen relativer Einsamkeit fange ich an, mich auf Köln zu freuen. Auch wenn ich schon jetzt für diese Zeit äußerst dankbar bin. Länger allein zu sein ist lehrreich. Nicht nur lerne ich massig über das Schreiben – ich lerne mich auch wieder selbst ein Stück weit besser kennen. Einem Freund habe ich das als „den Reset-Knopf-drücken“ beschrieben, was wirklich ganz gut zutrifft In Köln hatte ich das Gefühl, innerlich mit der Zeit immer mehr zu versanden und nicht mehr zwischen Wichtig und Unwichtig unterscheiden zu können.
Auch bekommt die Zeit ein anderes Gesicht: Ich habe so viel davon, dass ich manchmal einfach nur eine Stunde lang auf dem Rücken liege, an die Decke schaue und spüre, wie die Minuten langsam vorbeischrappeln.
Auch bekommt die Zeit ein anderes Gesicht: Ich habe so viel davon, dass ich manchmal einfach nur eine Stunde lang auf dem Rücken liege, an die Decke schaue und spüre, wie die Minuten langsam vorbeischrappeln.
05.02.2018
Ithaka #2
25.01.2018
Ithaka #1: Schreiben in Griechenland
Seit einigen Tagen bin ich auf der griechischen Insel Ithaka, um den Roman, den ich letztes Jahr mit Hilfe eine Startnext-Crowdfunding-Projektes begonnen habe, weiterzuschreiben. Dieses Jahr habe ich mir den Wunsch erfüllt, für drei Monate die Großstadt zu verlassen und einen ruhigen Ort zum Arbeiten aufzusuchen. Hier folgen ein paar Bilder meiner Anreise und meines Domizils:
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| Zwischenstation: Schreiben in Patras mit Blick auf den Golf von Korinth |
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| Der erste Blick auf die Insel |
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| Mein Domizil |
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| Morgens |
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| Abends |
07.07.2017
Flashback #9: Moritz Ecker - Weltreise mit Videoblog
Was macht ein Musiker, der gerade ein neues Album aufgenommen hat und nebenbei plant, 20.000 Kilometer mit dem Fahrrad über den Globus zu fahren? Er geht auf Weltfahrradtournee!
Moritz studierte zeitgleich mit mir an der Folkwang Uni Jazz-Gitarre. Nach dem Studium zog er zurück in seine Heimatstadt Berlin. Im Sommer 2011, zeitgleich mit meiner eigenen Fahrradtour nach Frankreich, fuhr er auf der Suche nach Songtexten auf einem alten Peugot-Rennrad 3.000 Kilometer bis ans Nordkapp – und zurück. Wir mailten uns während der Fahrt: Bei mir wurde es immer wärmer. Er schrieb, er habe sich eine Daunenjacke gekauft und führe durch Schnee.
Im Jahr darauf folgte für ihn die nächste Reise. Die Distanz sollte eine ähnliche sein, die Richtung eine andere. Nach Süden diesmal. Sein Rad trug ihn bis nach Istanbul. „Früher bin ich einfach losgefahren“, sagt er heute, „wenn man ans Mittelmeer will, fährt man erstmal nach Leipzig, danach immer weiter geradeaus.“
2013 folgte eine Reise nach Albanien. Dieses Mal hatte er eine Gitarre dabei, um unterwegs seine Songs spielen zu können. Sein Rennrad trug ihn mitsamt Instrument über die Alpen. In Albanien fand er eine andere Welt vor, in der es rauer und direkter zuging, als im sicheren Deutschland. Langsam formte sich die Idee für eine wirklich weite Reise.
Im Frühjahr 2015 kündete er seinen Job als Lehrer an einer Berliner Musikschule. Er hatte Geld gespart und wollte sich endlich wieder der eigenen Musik widmen. Schon seit zwei Jahren gab es Pläne für ein neues Album mit Songs für die Band Cats Don't Talk, die er auf seinen Radtouren geschrieben hatte. Im August 2016 war das Album Yes fertig. Es folgte die obligatorische Labelsuche. Gleichzeitig gab es diesen Reiseplan...
„Ich habe mich gefragt, welcher Ort am weitesten von Berlin entfernt liegt. Ein Ort, der auf dem Landweg zu erreichen ist." Die große Weltkarte, die in seiner Küche hängt, gab Antwort: Singapur. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, dachte er. Er hatte etwas Geld. Er hatte Zeit. Er hat eine verständnisvolle Frau.
Seit über zwei Monaten ist Moritz jetzt unterwegs und postet von unterwegs Videoblogs, die ich euch wärmstens an Herz legen kann. Wenn das kein Fernweh weckt!
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07.06.2017
Unterwegs Staunen
In letzter Zeit begegnet mir immer wieder Kunst, die sich auf den Weg macht. Zum Beispiel die radreisende Gedichtrezitatorin Anna-Magdalena Bössen mit "Deutschland - Ein Wandermärchen" oder die Daumenkinographie von Volker Gerling, die ihn zu Fuß von Berlin bis München brachte.
Ganz besonders schön ist das Pilgrim's Cabinet von Astrid Mendez. Bei diesen Bildern fragt man sich: Was, was, was macht sie dort bloß, dass die Leute so staunen?
The Pilgrim's Cabinet Tour 2017 from Astrid Mendez on Vimeo.
17.05.2017
4 Tage Eifelwanderung
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| Bestens beschildert: Der Eifelsteig |
Eine mehrtägige Wanderung von Jugendherberge zu Jugendherberge: das wollte ich schon lange machen. Touren mit Zelt und Kochausrüstung stehen meist unter dem Zeichen des schweren Gewichts und der körperlichen Strapazen in den ersten Tagen. Wenn man ohnehin nur vier Tage hat, ist die Hemmschwelle groß, sich überhaupt auf den Weg zu machen. Also der Gedanke, in Jugendherbergen einzukehren. Man braucht nur wenig Gepäck und es ist bezahlbar.
Zuerst meldete ich mich beim Deutschen Jugendherbergswerk an. 22,50€ pro Jahr kostet die Mitgliedschaft, für Familien oder Paare genügt ein Beitrag. Es reicht bei kleinen Gruppen auch, wenn nur die Buchende Mitglied ist. Der Vorgang ließ sich in wenigen Minuten online erledigen.
Als nächstes galt es, drei nicht zu weit von Köln entfernte Jugendherbergen zu finden, deren Distanzen eine Tagesetappe nicht überschritten. In NRW fand ich die folgenden Möglichkeiten: Das Bergische, den Nationalpark Eifel und die Vulkaneifel. Im Bergischen, so kommt es mir jedenfalls vor, ist mehr Verkehr als in der Eifel. Den Nationalpark kennen wir schon recht gut. Also Vulkaneifel. Ich buchte je eine Nacht in Gerolstein, Daun und Manderscheid. Kostenpunkt incl. Abendessen und Frühstück ca. 75€ pro Nacht. In Nachhinein fanden wir heraus, dass man vegetarische Kost am besten gleich bei der Buchung im Bemerkungsfeld angibt.
Die Reise ging über das Osterwochenende von Freitag bis Montag. Wir fuhren mit der Bahn bis Oberbettingen-Hillesheim, eine entspannte Tagesetappe von Gerolstein entfernt. So dachte ich jedenfalls. Wir entstiegen der Bahn gegen Mittag, hielten eine gemütliche Lunchpause und gingen los. Schon nach zwei Abbiegungen zeigte sich, dass meine "Geomap"-Wanderkarte nicht die ideale Begleiterin war: Die Wege waren ungenau eingezeichnet, fehlten teilweise. Wir folgten von da an dem bestens beschilderten Eifelsteig, der auf der gesamten Tour zu unserem Begleiter wurde. Was ich anfangs noch nicht wusste: Dem Eifelsteig sind kurze Wege egal. Er führt gerne in Schleifen und Bögen durch die Landschaft. Sein Ziel ist einzig der schöne, erlebnisreiche Weg. Ein Vermeidung von Höhenmetern z.B. gehört nicht zu seinen Ambitionen.
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| "Heimatblick" nach Norden, Richtung Hillesheim |
Die erste Etappe war gekennzeichnet von offenen, welligen Landschaften. Pünktlich um 18 Uhr erreichten wir die Jugendherberge Gerolstein, wo man sich gerade zum Abendessen niedergelassen hatte. Ein kleines Zimmer mit Etagenbett. Nach dem Essen ein Radler und tiefer, tiefer Schlaf.
Am nächsten Tag war Daun das Ziel. Die Wettervorhersage bestenfalls mittelgut, Regenwahrscheinlichkeit 90%. Wir legten los - der Eifelsteig war längst ein alter bekannter. Mitten auf der waldigen, hügeligen Strecke lag der Nerother Kopf, ein malerischer Hügel mit alter Feste auf dem Gipfel, den wir erreichten, als Regen und Wind sich gerade richtig eingroovten. Der Eifelsteig hatte zuvor eine umständliche Runde um das Dorf Neroth gedreht - ich war ihm hier zum letzten Mal aufgessen und nutzte von da an meine OpenMaps-Karten im Handy, um allzugroße Schlenker zu vermeiden.
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| Hier freut sich der Brückenkonstrukteur über Inspiration |
Die letzten Kilometer bis zur Jugendherberge Daun wurden wir von einem maßstabsgetreuen Planetenmodell begleitet. Ein letzter Aufstieg zur Herberge, geschafft! Spätestens hier wurde mir wieder richtig bewusst, wie gerne ich Jugendherbergen mag. Das Menschengewusel, die vielen Familien, das gemeinsame Essen, die Einrichtung, die sich auf das Wesentliche beschränkt - sie gefallen mir. Wir teilten unseren Tisch mit einem Australier, der in Gewaltmarschetappen den Eifelsteig von Aachen bis Trier bezwingen wollte. Er lief mit Vollgepäck, Stöcken und geschwollenem Knie. Trotz allem war er gut gelaunt und mitteilsam.
Auch hier wurden wir abends nicht alt. Als wir am nächsten Morgen zum Frühstück herunter kamen, sah ich unseren Tischnachbar schon vollbepackt auschecken. Für uns folgte die schönste der drei Etappen. Dem Eifelsteig ging ich nicht noch einmal auf den Leim. Statt seine Ehrenrunde südlich von Daun mitzudrehen, folgten wir direkt dem "Lieser-Wanderweg", der uns durch dieses malerische Flußtal direkt nach Manderscheid leiten sollte. Unterwegs trafen wir unseren Australier wieder, der treu dem Eifelsteig folgte, so dass wir ihn trotz unsere späteren Abreise und unseres gemütlicheren Tempos einholten. Kein Regen. Das Gewicht spürten wir nicht mehr. Sauerstoff ins Hirn und laufen. Was will man mehr?
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| Zu Ostern noch kaum ergrünt: Das überaus malerische Lieser-Tal |
In Manderscheid, wo wir wieder kurz vor Abendessen ankamen, erreichten wir die gemütlichste und netteste der drei Jugendherbergen. Das Küchenpersonal war sehr bemüht, alle satt und zufrieden zu machen, während in Gerolstein und Daun noch eher Mensa-Assotiationen wachgerufen wurden.
Am Montag regnete es. Statt wie geplant nach Westen bis Kyllburg zu laufen und dort in die Bahn zu steigen, nahmen wir einen Bus über Daun nach Gerolstein und erreichten Köln zwar körperlich müde aber geistig tief erfrischt. Nachahmen? Unbedingt empfohlen!
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02.01.2016
Winterzelten 2015
Das erste in diesem Blog beschriebene Winterzelten fand 2012 statt. Damals fuhren wir zu viert mit Fahrrädern von Kevelaer nach Westen an den Rhein. Die erste Nacht schliefen wir malerisch unter der alten Rheinbrücke in Wesel, während neben uns ein paar tausend Wildgänse übernachteten.
Die folgenden zwei Jahre gab es beschaulichere Aktionen auf dem Zeltplatz Anna Fleuth, mal mit Grillhähnchen, mal mit Spanferkel und Jurte. Wobei wir es uns vor zwei Jahren nicht nehmen ließen, die 110 Kilometer von Köln nach Winnekendonk mit den Rädern zurückzulegen und unterwegs, mitten im Regen, in einem Waldstückchen zwischen Neuss und Kempen zu übernachten.
Letztes Jahr fiel das Winterzelten aus. Zuerst hatte ich geplant, allein zu fahren, aber als am 27.12. in Köln Schnee fiel, gab ich auf und blieb zu Hause, zumal wir den Jahreswechsel immerhin auf einer Hütte im Bergischen verbrachten.
Und nun: 2015. Endlich ging es wieder los. Der Plan war ehrgeizig: Ich wollte am 27.12. in Kevelaer losfahren und am 30.12. in Manderfeld in der belgischen Eifel ankommen, um dort im Haus Eulenburg Silvester zu feiern. Wir waren zu zweit. Wir hatten ein echtes Fahrradnavi. Wir konnten es schaffen. Gegen uns: Stetiger Südwind, der zwar für Dauersonne und warme Temperaturen sorgte, uns jedoch jeden Kilometer in den Beinen spüren ließ.
Am Sonntag kamen wir nicht besonders weit. Die Abreise verzögerte sich, weil am Vorabend eine Gruppe von Hobbits und Zwergen einer nach dem anderen vor der Tür standen, eine Kiste Bier im Schlepptau, so dass wir das erste Lager schon nach 20 Kilometern, ein gutes Stück hinter Straelen und einen Steinwurf von der holländischen Grenze entfernt aufschlugen.
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| Unsere beiden Ein-Mann-Zelte: Im Vordergrund das Svalbard von Nordisk, im Hintergrund das Track 1 Tent von Gelert |
Eine der Besonderheiten am Winterzelten ist der Zeitrahmen: Die Tage sind kurz, die Sonne geht um halb fünf unter. Allerspätestens dann sollte man sich nach einem Lagerplatz umschauen, denn wenn es eine halbe Stunde später ganz dunkel ist, wird die Suche deutlich erschwert. Im Umkehrschluss hat dieser Zeitrahmen zur Folge, dass die Abende am Lagerfeuer sehr lang werden können: Eine große Gemütlichkeit stellt sich ein, wenn man erstmal drei, vier Nächte lang jeweils sechs oder acht Stunden im dunklen Wald am Feuer gehockt hat.
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| Daniel bequem. Links der Henkeltopf, in dem sich prima über dem Feuer kochen lässt. |
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| Im Hintergrund schiebt sich ein fast voller Mond über die Baumwipfel |
Am nächsten Tag folgte eine besonders schöne Strecke, weiter an der Grenze, vorbei an den Krieckenbecker Seen, durch Brüggen und westlich des Schwalmtals in den Forst Meinweg. Hier gab es eine besondere Gaumenfreude: Ein im Henkeltopf über dem Feuer gekochtes Gulasch mit viel Gemüse: Perfektes Essen, wenn man den Ganzen Tag gegen den Wind gefahren ist. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt übrigens schon so etwas wie einen Sonnenbrand von all dem Licht.
Am dritten Tag hieß es: Abschied nehmen. Daniel wollte mit dem Rad zurück nach Kevelaer und weiter den nordwestlichen Niederrhein erkunden. Ich hingegen hatte mein Ziel mit Manderfeld so weit gesteckt, dass schon jetzt fraglich war, ob und wie ich die noch bestehende Distanz von gut 140 Kilometern in zwei Tagen bewältigen würde. Nur zum Vergleich: In den ersten beiden Tagen hatten wir 20 und 50 Kilometer geschafft.
Ich wollte das Problem lösen, indem ich von Heinsberg mit dem Zug nach Aachen fuhr. Denn Aachen Zentrum wäre auch bei Hochleistung die weitest mögliche Distanz gewesen. Von dort allerdings musste ich noch 20 Kilometer fahren, um in der Einsamkeit des Hohen Venns einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Also nahm ich den Zug und ab Aachen Hbf den Vennradweg, auf dem es sich bequem fahren lässt. Das war meine erste Winternacht allein im Wald. Und ich muss sagen: Es ist anders als im Sommer. Die bereits erwähnte lange Zeit, die zur Verfügung steht, wurde mir immer länger. Außerdem machte mir seit einigen Tagen ein Backenzahn zu schaffen, so dass es schwer fiel, Gemütlichkeit aufkommen zu lassen. Der Südwind frischte auf, über mir rauschten hohe Venntannen, ich lag wach im Zelt und grübelte.
Am vierten Tag ging es weiter Richtung Manderfeld. Eine Karte am Wegrand zeigte, dass vor mir noch 70 Kilometer lagen. Die ersten 20 stetig bergauf. Und stärkerer Gegenwind. Als ich die Steigung zurück gelegt hatte, musste ich einsehen, dass ich nur schaffen würde, wenn ich ganz an meine körperlichen Grenzen gehen würde: Ich war schon jetzt sehr erschöpft und hatte bei drei Stunden restlichem Tageslicht noch 50 Kilometer vor mir. Und der Zahn...
So dachte ich: Don't push the river. Take a bus.
Und fuhr nach Köln, wo ich am nächsten Tag um acht Uhr morgens die erste Wurzelbehandlung meines Lebens über mich ergehen ließ, um mit dicker Backe doch auf die Eulenburg zu fahren und dort in angenehmster Gesellschaft Silvester zu feiern.
Daniel schrieb mir übrigens, dass er noch eine vierte Nacht in den Maasdünen verbrachte. Ich bin gespannt, was er davon erzählt.
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