Max Pothmann | Autor | Bühnenbild & Requisitenbau | Köln-Bonn
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05.04.2026

Die Hoffnung nicht verlieren - Atréju und Gmork in "Die Unendlichen Geschichte" von Michael Ende

Die Hoffnung nicht verlieren. Foto: Wonderlane

Wir leben in Zeiten, in denen sich schwer zu verdauende Episoden aneinanderreihen. Corona-Virus, Krieg in der Ukraine, Horror in Israel, Krieg im Iran. Außerdem ständig lügende Machthaber und eine allgemeine Verblendung gegenüber dem Klimawandel, um nur einige Aspekte zu nennen: Es gibt noch viele mehr.

Nicht nur die makropolitischen Ereignisse lassen mich immer wieder an eine Passage aus Michael Endes "Die unendliche Geschichte" denken. Auch in meinem direkten Umfeld werde ich mit Vorstellungen von Angst und Verzweiflung konfrontiert, die mich daran erinnern. 

Hier ist ein Textausschnitt aus dem Kaptiel "Spuktstadt", Atréju unterhält sich mit dem Halbwesen in Wolfgestalt, Gmork:

»Zur Hoffnung hast du keinen Anlass, Söhnchen – was auch immer du vorhaben magst. Wenn du in der Menschenwelt erscheinst, dann bist du nicht mehr, was du hier bist. Das ist gerade das Geheimnis, das niemand in Phantásien wissen kann.«

Atréju stand da mit hängenden Armen.

»Was bin ich dort?«, fragte er. »Sag mir das Geheimnis!«

Gmork schwieg lange und regte sich nicht. [...] Als er weitersprach, klang seine Stimme rasselnd.

»Hast du das Nichts gesehen, Söhnchen?«

»Ja, viele Male.«

»Wie sieht es aus?«

»Als ob man blind ist.«

»Nun gut –, und wenn ihr da hineingeraten seid, dann haftet es euch an, das Nichts. Ihr seid wie eine ansteckende Krankheit, durch die die Menschen blind werden, sodass sie Schein und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden können. Weißt du, wie man euch dort nennt?«

»Nein«, flüsterte Atréju.

»Lügen!«, bellte Gmork.

Atréju schüttelte den Kopf. Alles Blut war aus seinen Lippen gewichen.

»Wie kann das sein?«

Gmork weidete sich an Atréjus Schrecken. Die Unterhaltung belebte ihn sichtlich. Nach einer kleinen Weile fuhr er fort: »Was du dort bist, fragst du mich? Aber was bist du denn hier? Was seid ihr denn, ihr Wesen Phantásiens? Traumbilder seid ihr, Erfindungen im Reich der Poesie, Figuren in einer unendlichen Geschichte! Hältst du dich selbst für Wirklichkeit, Söhnchen? Nun gut, hier in deiner Welt bist du’s. Aber wenn du durch das Nichts gehst, dann bist du’s nicht mehr. Dann bist du unkenntlich geworden. Dann bist du in einer anderen Welt. Dort habt ihr keine Ähnlichkeit mehr mit euch selbst. Illusion und Verblendung tragt ihr in die Menschenwelt. Rate mal, Söhnchen, was aus all den Bewohnern von Spukstadt wird, die ins Nichts gesprungen sind?«

»Ich weiß es nicht«, stammelte Atréju.

»Sie werden zu Wahnideen in den Köpfen der Menschen, zu Vorstellungen der Angst, wo es in Wahrheit nichts zu fürchten gibt, zu Begierden nach Dingen, die sie krank machen, zu Vorstellungen der Verzweiflung, wo kein Grund zum Verzweifeln da ist.«

»Werden wir alle so?«, fragte Atréju entsetzt.

»Nein«, versetzte Gmork, »es gibt viele Arten von Wahn und Verblendung, je nachdem, was ihr hier seid, schön oder hässlich, dumm oder klug, werdet ihr dort zu schönen oder hässlichen, dummen oder klugen Lügen.«

»Und ich«, wollte Atréju wissen, »was werde ich sein?«

Gmork grinste.

»Das sag ich dir nicht, Söhnchen. Du wirst es sehen. Oder vielmehr, du wirst es nicht sehen, weil du nicht mehr du sein wirst.«

Atréju schwieg und sah den Werwolf mit aufgerissenen Augen an.

Gmork fuhr fort: »Deshalb hassen und fürchten die Menschen Phantásien und alles, was von hier kommt. Sie wollen es vernichten. Und sie wissen nicht, dass sie gerade damit die Flut von Lügen vermehren, die sich ununterbrochen in die Menschenwelt ergießt – diesen Strom aus unkenntlich gewordenen Wesen Phantásiens, die dort das Scheindasein lebender Leichname führen müssen und die Seelen der Menschen mit ihrem Modergeruch vergiften. Sie wissen es nicht. Ist das nicht lustig?«

* * *

Wir brauchen Pragmatismus in dieser Welt, um unsere Probleme zu lösen. Wenn wir aber die Phantasie und die Offenheit vergessen, verurteilen wir uns selbst zum Scheitern.

Als nächstes poste ich - als Gegengewicht sozusagen - etwas über die kürzlich verstorbene Jane Goodall, die sich für Hoffnung eingesetzt hat wie wenige andere.


04.12.2025

Lesung im hinterhof.kollektiv | Freitag, 23.01.26 in Köln-Ehrenfeld


Lesung am 23.01.26 im hinterhof.kollektiv 

Subbelrather Straße 138, Köln-Ehrenfeld 

Beginn: 20 Uhr.

Hier gibt's mehr Infos zum Buch sowie das aktuelle Weihnachtsangebot.


06.11.2025

Ein paar Worte zur Entstehung von LEBENSFÄDEN

Eine von über 50 Mindmaps aus der Entwicklungsphase


Die Arbeit am Roman dauerte sieben Jahre. Ich begann mit einem Crowfunding-Projekt, das es mir ermöglichte, eine dreimonatige Auszeit zu nehmen, in der ich eine Skizze der Story entwickelte, deren Grundform sich bis zum Ende hielt. Nach dieser Auszeit musste ich ein Dreivierteljahr warten. Im nächsten Schritt lieh ich mir von Freunden Geld, um ein halbes Jahr unabhängig arbeiten zu können. Naiverweise nahm ich an, ich könne die Geschichte in dieser Zeit im Wesentlichen fertig schreiben. Die erste Hälfte dieser Zeit verbrachte ich auf der griechischen Insel Ithaka (passend für ein literarisches Projekt - die Heimat von Odysseus). Die Idee, drei Monate vollkonzentriert schreiben zu können, ging nicht ganz auf. Meine Abreise fiel auf den Januar. Zu dieser Jahreszeit ist es im nördlichen Mittelmeer empfindlich kalt, nass und ungemütlich. Die Hütte, in der dich dankeswerterweise praktisch mietfrei wohnen konnte, ließ sich kaum warm halten. Bei stundenlanger Schreibtischtätigkeit eine notwendige Bedingung. Hinzu kam, dass ich viel mehr am Schreibtisch saß, als ich es gewohnt war. Innerhalb kurzer Zeit reagierte mein Körper mit starken Schmerzen. Außerdem wurde ich in der grauwinterlichen Einsamkeit heftig mit mir selbst konfrontiert. 

Die Konfrontation mit dem eigenen Inneren geschieht ohnehin schon, wenn man sich auf ein intersives künstlerisches Projekt einlässt. Zusammen mit der Einsamkeit und den Schmerzen ergab sich eine Mischung, die das Tempo meines Arbeitsfortschritts bald stark verlangsamte. Gleichzeitig ging ich durch viele wichtige Lektionen - zum Beispiel musste ich mich mit dem Thema Selbstzweifel befassen, was ich bis dahin erfolgreich hatte vermeiden können - und erkannte, dass die Suche nach Einsamkeit zwar eine interessante Idee gewesen war, nicht aber ein tiefer Wunsch von mir. Mit anderen Worten: Ich brauche Menschen in meiner Nähe. Gut, das zu wissen.


Mein Schreibtisch auf Ithaka - draußen das Mittelmeer

In den folgenden Jahren hatte ich konstant mit den Schmerzen zu tun, die sich in meinen Körper eingenistet hatten. Ganz neu waren sie nicht - sie waren nur nicht mehr zu ignorieren. Denn das war vorher mein Umgang mit ihnen gewesen, typisch menschlich vielleicht. Nun musste ich genauer hinhören und mich fragen: Wo kommen sie her? Was kann ich für meinen Körper tun, damit er nicht leidet? Obwohl ich durch mein Tanzstudium und jahreslanges Krafttraining und Yoga schon recht viel wusste, fing ich nochmal neu an, mich mit Fragen nach Gesundheit zu beschäftigen und lernte in der Folgezeit viel über ein ausgewogenes Training. Außerdem begann ich, mich dem Thema Atmung zu nähern. Auf Youtube stolperte ich über die Wim-Hof-Methode (2018 noch kaum bekannt), probierte sie aus und bin bis heute dabei geblieben. Kaum ein Tag vergeht, an dem ich die Atemübungen nicht mache und vieles in meinem Leben hat sich seitdem verbessert. Ich schlafe besser. Werde seltener krank. Und gehe nun in den dritten Winter, in dem ich regelmäßig in der Sieg bade. Das tue ich nicht allein, sondern mit einer kleinen Gruppe, die sich im Laufe der Zeit gebildet hat und behutsam wächst. Wir treffen uns, atmen, meditieren, baden und gehen wieder unserer Wege. Das ist unbedingt schön.

Zurück zum Buch: Ein (zu) großer Teil des Weges befasste sich mit der Suche nach einer Agentur oder einem Verlag. Heute rät man Autor:innen, sich eine Agentur zu suchen, die ihrerseits nach passenden Verlagen Ausschau hält und ihre Klient:innen bei allein weiteren Fragen berät. Ich quälte mich mit dem Versuch, ein knackiges Exposé zu schreiben und meine Geschichte - an der ich viel zu nah dran war, um sie klar sehen zu können - in wenige deutliche Worte zu fassen. Ingesamt verbrachte ich mehr als zwei Jahre damit, das Exposé zu schreiben und dann an Agenturen und Verlage zu schicken. Die lange Zeit hatte einen Vorteil: Am Ende - auch nach Beratung durch Menschen aus dem Verlagswesen, die mir minimalste Erfolgschancen bescheinigten (ganz unabhängig von der Qualität des Buches) - war ich fast froh zu entscheiden, das Buch selbst zu verlegen. 

Auch dieser Weg war weit. Folgt man zum Beispiel dem Buch "Die Geschichten in uns" von Benedict Wells, in dem er seinen langen Weg zur Erstveröffentlichung schildert, übernimmt ein(e) Agent:in auch die Aufgabe, das Werk kritisch zu prüfen und Verbesserungen vorzuschlagen. Ist dann ein Verlag gefunden, folgt hier ein Lektorat, bei dem ebenfalls die Arbeit noch einmal auf Herz und Nieren geprüft wird. Den ersten Aspekt versuchte ich mit Hilfe von Testleser:innen abzudecken. Freunde lasen das Buch und gaben Feedback. Kein ganz einfaches Feld: Ein halbes Dutzend verschiedene, individuelle Meinungen abschätzen und in ein Werk einpflegen ist schon allein was den Überblick angeht eine Herausforderung. Zumal ein(e) Lektor:in deutlich mehr tut. Hier wird das Werk professionell auf Zusammenhang, klare Erzählperspektiven und viele weitere Aspekte überprüft, die ein Laie bestenfalls in Einzelfällen bewusst wahrnimmt. So gut es ging, prüfte ich das Buch selbst und übergab es anschließend immerhin einem Profi-Korrektorat, das zwar viele Fehler behob, einen Teil aber auch verschlimmbesserte.

Nun ist das Buch draußen. Ich hoffe, es findet viele Leser:innen. Und freue mich längst darauf, die nächste Geschichte, die irgendwann in einem Urlaub zu leben begann, fertig zu schreiben.  

28.10.2025

LEBENSFÄDEN ist raus!


Nun ist mein Roman LEBENSFÄDEN online als Taschenbuch und E-Book erhältlich. Hier kannst du reinlesen und es bestellen.

12.09.2025

Texte aus dem Schuhkarton #8: Im Beinewald

Foto: Felix Keuck


Im Beinewald


Auf einem Straßenfest

traf ich dich wieder

deine Tochter versteckte 

sich hinter dir 

strich sich eine Haarsträhne

aus dem Gesicht 


Sie war schon eine richtige 

kleine Person geworden 

mit Jeans, Frisur und

riesigen blauen Augen


Während wir uns 

im Menschenstrom unterhielten

setzte sie sich

auf deinen Fuß und 

las ein Bilderbuch


im Beinewald



02.09.2025

Four of the Best Recent Science Fiction Novels to Read

SPACE - Image (modified) by Alexander Andrews


In the past years my interest in science fiction has grown. Maybe because sometimes I feel like living in a vision of the future already. Here are four good examples of pretty recent novels - all of them have been made into major movies or TV-series.


1. Andy Weir - The Martian (2011)


Known through the movie (2015) with Matt Damon in which protagonist Mark Watney finds himself stranded on Mars, the book was first selfpublished as a serial on Weirs blog, before it became an international bestseller. Weir researched extensively to make the book's content scientifically plausible (later confirmed by an employee of NASA). The book tells the story of an engineer who is left behind alone on Mars. He has to use all his wits and optimism to "work all the problems" he faces. The movie is quite funny. The book, told in log entries, much more so. Andy Weir followed with the novels "Artemis" (2017) and "Project Hail Mary" (2021), this one to be released as a movie starring Ryan Gosling as middle school teacher becoming world-saving astronaut. Both books are worth reading, especially the latter.


2. Liu Cixin - The Three-Body Problem (2008)


The Three-Body Problem became internationally famous when it was chosen by David Benioff und D.B. Weiss as their next project after creating the TV-Series "A Game of Thrones". Before that the novel had already been very successful in China. Here we stay on Earth but are faced with an alien species that has somehow arrived in the minds of some people. The aliens have left their own instable world in a nearby solar system, trying to reach Earth in the next 400 years. They aim to stop Earth-science from developing so that humankind won't destroy their fleet of spaceships before arrival. During the cultural revolution a Chinese scientist discovers them, but keeps silent despite being warned, because she believes that humans have no future. This book is not funny at all, but very intense and provokes challenging political and philosophical thoughts.


3. Martha Wells - All Systems Red (2017)


This novella is shorter than novel-length, but I'm adding it anyway. It was particularly successfull in the audiobook version read by Kevin R. Free. The first installment of the Murderbot Diaries tells the story of a security cyborg, a "SecUnit" that has hacked its own intelligence and is hence able to think (and sort of feel) free of human control. The specialty of this cyborg is killing, its passion is watching mediastreams, basically soap operas and it wants nothing more than to be left in peace to do this for days on end. The cyborg seems at times like an emotionally handicapped human, trying to decipher the signals of people and other computers without really knowing how to do this. In the first installment the murderbot has to save a group of scientists it is bodyguarding and grows attached to them. This book is very funny and had me laughing out loud on a regular basis. A TV Series starring Alexander Skarsgård was released on Apple TV+ in 2025.


4. John Sandford with Ctein - Saturn Run (2015)



Pulitzer Price winner John Sandford has written more than 50 novels, most of them crime thrilllers, since the late 80's. For Saturn Run he teamed up the Ctein, who was responsible to make the science in this novel as bulletproof as possible. The world in 2066: A rich surferboy and secrect special forces soldier discovers an Alien spaceship close to Saturn. Just the size of the ship tells a story of extraordinary (and dangerous) power. The United States build a spacecraft with VASIMIR electrothermal thrusters to go take a look and get as much alien technology as possible, trying to beat the Chinese who have a spaceship ready, but are using a different form of engine propulsion. A  fastpaced and interesting take on live in space and the covering of great distances using the knowledge of physics we have today. Sandfords solution for the meeting between humans and aliens is very clever.   


17.08.2024

Sommerloch bei Amazon


Nach fast sieben Jahren steht mein Roman EXOTHERM endlich kurz vor der Fertigstellung. Um mich warm zu machen, habe ich die Erzählung Sommerloch, die erstmalig 2009 erschien, als eBook bei Amazon veröffentlicht. 
Sommerloch spielt im Ruhrgebiet. Der Student Anton verliebt sich in die schöne Nellie, die plötzlich nach Australien verschwindet. Während er in der Hitze des Sommers sehnsüchtig auf ihre Rückkehr wartet, wird er mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert.

Gerne reinlesen. Gerne teilen. Gerne bewerten. Gerne kaufen. Danke.

Hier geht es zum Buch. Vom 24.-26.8.24 kostenlos!

02.05.2023

And Come They Did - Stephen King: Fairy Tale


My choices of reading matter must seem weird from the outside. I read both Nobel, Pulitzer and Bookerprize winners and what many people consider Pulp Fiction. For example Amercian writer John D. MacDonald of whom I'd read more if there were more than his roughly 50 novels.

When I look for new books the only method that works is: start reading. After a short time I get a feel for the sound of a book. If I like the sound, I keep reading, if I don't - most of the time I stop. Off course I can be wrong and might miss a great book. But every time I think: "Let's keep reading, this could still become good!" - I stop anyway after 50 more pages. It's not about quality. It's about taste. My own, weird taste.

Because of my method I try not to read blurbs. I don't want to know what's coming. I prefer to know if I like the sound and then explore a book like a completely unchartered country. A few weeks ago I hit gold. A book with great sound (in two senses, as you will see) and with a content that kept surprising me until it was almost over. You've read it in the headline: Stephen King's "Fairy Tale" is such a book. 

Before I come to that, allow me to say a few words about Mr. King. He's without a doubt a master. One of the mostread writers of all time, likely to surpass J.K.Rowling and with a productivity that astonishes all writers who try to match him. Like many Teenagers I read some of his books already when I was 13, though I wasn't so much into "It", "Pet Cemetery" or "The Shining" like most of my peers. 

"Christine" left deep impressions on me. I could very much relate to the main character Arnie, a somewhat classical nerdy looser, who, if you care to look beyond the horrorparts, is finely drawn and very alive. "The Long Walk" is another masterpiece, written under the pseudonym Richard Bachmann. The simple formular to reduce 100 boys to one through endless walking is done in a perfection that hasn't lost its appeal to me after four readings. The few strokes with which Mr. King draws a picture of the United States as dictatorship are also state of the art writers economy - and, believe it or not - poetic as well. Another book, an early one, that I've liked immensely is "Salem's Lot", a vampire story that keeps shocking and surprising its readers to the point where ... I won't spoil here: Better read it, if you haven't already.

So: "Fairy Tale". I didn't read it, I listened to it. Having a cold and headaches I needed something to keep me entertained while resting my eyes and my tired body. So I browsed audiobooks in my local online library and found "Fairy Tale" read by Seth Numrich. What luck for me. I liked the sound of Mr. Kings writing (which isn't the case with all of his works): the book feels like the late work of someone who knows his craft to the core and doesn't have a thing left to prove to the world. His pacing is cool and immaculate: Calmly detailed and yet moving forward with tension in every sentence. I also liked Mr. Numrichs voice, his sound and his rhythm - a beat that might feel strange to some people because it halts and swings at the same time. It went right into my head and my heart. 

For me it parallels with Stephem Fry's reading of the Harry Potter books, which I enjoyed like none other so far. Mr. Fry had a way of capturing both the heart and emotional warmth and the humor of Harry Potter.

There isn't much humor in "Fairy Tale", but Mr. Numrich is so convincing as Charlie Reade and all the people that pass through the story (not to mention the animals, lead by a German shepherd named Radar, whose soul has been caught in words like hardly a dog's before him), that I wanted to follow along from word one. I didn't know anything about the story but its title and the bookcover. It is, indeed, a fairy tale and no horror story even though the master can't help himself. Lucky me for not knowing a thing. The story keeps changing. When I thought: "Ok, I know what's going on here!" I discovered, that I still had three quarters to go and a dead main charakter left plenty of space for new surprises to come. And come they did.

14.04.2023

Texte aus dem Schuhkarton #7: My Arms

Diesen 10 Jahre alten Text habe ich heute überraschend gefunden..

Handpoked tattoo by Marie Dinger


My arms are bleeding
someone's punched a hole into their skin
and drop after drop I'm leaking red
 
I don't remember when it happened
- just realized one day 
that my arms were bleeding
bleeding slowly, a thin string of blood
dripping down to the floor
 
I didn't do anything about it
I didn't have time, I was busy
- and I liked the red
 
Then I got used to it, to the bleeding
got used to all the paper towels needed
to keep the office clean
 
Gee. What a mess.
 
It's been going on for weeks now
my arms becoming paperdry
I thought my bones where thin
but they are much thinner really
- nothing left but skin and bone 
 
There's a girl in my neighbourhood
who probably has anorexia
her arms look as thin as mine

But with me it's just the arms
- the rest looks the same
with her it's the whole body
looking thin but full of energy
just her face is round

(she works in my favourite burger joint
frying burgers all day
but never eating)
 
Sometimes I think:
why don't I stop the bleeding?
it should be very easy
shouldn't it?

But I've gotten so used to the drip
the red, the lightness of my arms
so used to the thin, the dry feeling
 
And I'm curious what's going to happen
I'm curious if that someone 
comes around again with his needle
maybe punctuates my legs or

31.08.2019

Sharp Tools - Cormac McCarthy - The Crossing

Ich lese zum zweiten Mal und mit noch größerem Genuss die Border Trilogy von Cormac McCarthy. The Crossing, das zweite Buch, ist rauer und unangepasster als das erste, romantischere All the Pretty Horses. Beide erzählen von den Abenteuern junger Cowboys in Mexiko.
In The Crossing überquert der 16-jährige Billy Parham die Grenze, nachdem er eine Wölfin gefangen hat, die er in die Wildnis, aus der sie gekommen ist, zurückbringen will. Die Erzählung der Beziehung zwischen den beiden gehört für mich zu den Perlen der Erzählkunst.

Hier eins meiner Lieblingszitate:



Hier gibt es erstmal die buchstäbliche Bedeutung des Satzes: Wenn ich arbeite, brauche ich gutes, gepflegtes Werkzeug. Die Zeit für dessen Pflege rentiert sich. Außerdem macht mir die Arbeit mehr Freude. Das ist beim Schreinern der Fall, aber auch im Alltag, zum Beispiel beim Kochen mit scharfen oder stumpfen Messern (das war Anthony Bourdains erster Tip fürs Kochen: Besorg dir ein scharfes Messer).

Im übertragenen Sinne finde ich in diesem Zitat das Entschuldigungsverhalten, mit dem man sich selbst daran hindert, die eigenen Träume und Ziele zu verwirklichen oder auch nur ganz allgemein ein Stück über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich kann keine lange Reise machen, ich habe kein Geld. Ich kann das Buch nicht lesen oder schreiben, das Bild nicht malen, den Tanz oder die Sprache nicht lernen, weil ich keine Zeit habe. Ich würde gerne ein eigenes Business gründen, aber mein Job ist so angestrengend, dass ich die Energie dafür nicht finde. Ein Kreislauf, der nicht aufhört, wenn man nicht innehält und hochschaut.

So: Consider taking some time to get your bearing and sharpen your tools...


→ ein Tipp: Englische Übersetzungen der spanischen Textstellen in McCarthys Büchern gibt es HIER.


29.08.2019

Go all the way

Zwei Gedichte von Charles Bukowski, von ihm selbst vorgelesen:
 

15.03.2017

LeseSport Samstag, 18.03.2017


Hier tritt mein Text "Nicht echt, Walter" in den Ring.

08.01.2016

Wort & Tonschlag - 8 Grad

Daniel Wouters und ich zelten nicht nur zusammen im Winter (letzter Post), wir stehen als Wort & Tonschlag auch gelegentlich auf kleinen Bühnen in Köln und am Niederrhein.



Neue Termine für 2016:

* Sonntag, 21. Feburar, KuK in Kevelaer *

* Montag, 09. Mai, Goldmund, Köln *

17.11.2015

Der Tastenmann


Der Tastenmann bei der Arbeit. Letzten Freitag spielte er zusammen mit Püppkens & Co im Café Duddel. Das Café Duddel ist ein Institution in der Nähe der Uni-Mensa: Hier treffen sich Menschen im Spektrum zwischen Literaten und Erstsemestern. Hinten durch hat der Laden einen Raum, der sich als Kleinkunstbühne eignet. Was wir nicht wussten: Der gesamte Laden befand sich mitten in einer Renovierungsphase. Das war die charmanteste, schrabbeligste Bühne, auf der ich je gestanden habe. Wobei "Stehen" nicht ganz stimmt: Als Schattenspieler für den Mondmann sitze ich die ganze Zeit. 

Erik Werner alias Der Tastenmann spielt dieses Wochenende von Donnerstag bis Sonntag im Theater im Hof SYMPHONIA, ein Stück über die Figur, die so verliebt ist in die Klaviertaste, dass sie sogar darauf schläft! Das war mein letzter Bühnenbildauftrag: Eine 1,80 Meter große Klaviertaste zu bauen.