28.01.2019

Rückentraining - Ganzkörpertraining #1

2018 verbrachte ich drei Monate auf der griechischen Insel Ithaka, um an einem Roman zu arbeiten. Zum ersten Mal seit einigen Jahren bedeutete das für mich, täglich vier bis sechs Stunden am Schreibtisch zu sitzen. 
Obwohl ich seit Jahren täglich Körperübungen mache, bekam ich bald Rücken-, Nacken- und daraus resultierende Kopfschmerzen. Zeitweise begannen sie schon wenige Minuten, nachdem ich mich hingesetzt hatte, was psychosomatische Ursachen vermuten lässt. In meinem Fall kann man ziemlich sicher sagen, dass ich mich zu sehr antrieb und zu wenig auf meinen Körper hörte.

Die Quittung waren viele Tage, in denen ich kaum schmerzfrei am Schreibtisch sitzen konnte - manchmal ging es schlichtweg nicht.

Was tun? Die Ursachen suchen! Neben den bereits erwähnten auch die körperlichen. Ich habe vieles ausprobiert. Schon auf Ithaka begann ich, mit Hilfe von Youtube-Videos neue Rückenübungen zu lernen. Außerdem arbeitete ich konsequenter an meiner Fitness und Ausdauer - als Minimum reicht hierfür eine 20-minütige Trainingseinheit mit erhöhtem Puls (Joggen, Schwimmen, schnelles Gehen oder auch Training mit Gewicht ohne die sonst üblichen Pausen zwischen den Sätzen).
Ich begann, täglich 4 Kraftübungen zu machen - hintereinander, das ganze dreimal wiederholt. Diese Übungen wählte ich aus der großen Vielfalt der diversen Trainingsschulen - alle Muskelgruppen sollten vorkommen, wobei Rücken und Körperzentrum ("Core") besonderes Augenmerk bekamen. Ich nutze lange und kurze Hanteln, das eigene Körpergewicht, eine Klimmzugstange und statische Übungen, bei denen ich Positionen für 30-60 Sekunden halte, wie die Planke oder das Hängen.

Hier folgen drei Youtube-Kanäle, von denen ich einiges gelernt habe:

1. Calistenic Movement


Die beiden Männer, die man auf den Videos sieht, kommen aus Leipzig. Man sieht ihnen an, dass sie selbst breitgefächert und diszipliniert trainieren. Allein das hier gezeigte Video hilft, rundum Kraft aufzubauen:




2. Tom Merrick


Tom Merrick nennt sich "Bodyweightwarrior", was er nicht auf seine Ernährung, sondern auf seine Kraftübungen unter Verwendung des eigenen Körpergewichts bezieht. Seine Übungen sind breit gefächert, in aller Regel kompetent ausgeführt und gut erklärt. Er bietet ein kostenloses E-book an, das für meinen Geschmack etwas zu komplex ist. Seine Mobiltätsübungen sind erstklassig zusammengesetzt.




2. Strong & Flex


Die beiden Stuttgarter haben mittlerweile eine große Sammlung von Videos veröffentlicht. Ihre Art ist sympatisch - in Köln würde man sagen: Typisch Sporthochschule! 
Die Übungen, die sie zeigen, haben Hand und Fuß und man merkt, dass beide neugierig sind und sich selbst in einem konstanten Lernprozess befinden. 

Das gezeigte Video befasst mich mit der Schulterblattanbindung - eine häufige Ursache für Leute mit Schmerzen im Nacken und oberen Rücken, sowie Schwachstelle bei Menschen, die viel Zeit am Schreibtisch verbringen.



21.01.2019

Flashback #10 - ZOOM | Novatanz

Gerade habe ich zufällig diese Video gefunden. 2012 tanzte ich für Carmen Casagrandes Label NOVATANZ zusammen mit Patrick Entat in der Produktion ZOOM. Hier ein Trailer mit Eindrücken: 


18.01.2019

Backpacking auf Gran Canaria

Winterurlaub auf Gran Canaria

Die Kanarischen Inseln sind ein beliebtes Urlaubsziel für Mittel- und Nordeuropäer. Das Wetter auf den "Inseln des ewigen Frühlings" ist auch im Winter warm genug für einen Urlaub mit Rucksack und Zelt.

Strand- und Wanderurlaub lassen sich auf Gran Canaria, dem zweitgrößten Eiland des Archipels gut miteinander verbinden. Es gibt eine ganze Reihe schöner Strände abseits vom Massentourismus. Und die Bergwelt im Landesinneren bietet eine riesige Fülle von Wandermöglichkeiten.
Nach drei Reisen dorthin habe ich hier meine Erfahrungen gebündelt und eine Liste von Campingplätzen erstellt.


Wegweiser zum Campingplatz Villamar, Tasartico

Fortbewegung


Die meisten Besucher mieten sich Autos. Mietpreise und Benzin sind niedrig und man spart sich das Tragen des Gepäcks. Wir haben das einmal für einige Tage ausprobiert und uns doch wieder für die schlichte Variante entschieden: Fortbewegung mit öffentlichen Bussen und durch Trampen.

Das Busnetz auf der Insel ist umfassend und angenehm - die türkisfarbenen Busse werden liebevoll "Guaguas" genannt. Man erreicht alle größeren Orte - auch die hochgelegenen Bergstädtchen wie Artenara und Temisas. Da manche Strecken nicht von Bussen angefahren werden, trampen wir gelegentlich. Bisher haben wir eine Erfolgsquote von 100% und sind immer von netten Menschen mitgenommen worden, teils von Touristen, teils von Einheimischen, die stets über die Maßen hilfsbereit waren.

Und jetzt zu den Campingplätzen:

Camping Playa de Vargas


Dieser Platz eignet sich schon wegen seiner Nähe zum Flughafen für einen Besuch. Wir fahren in der Regel nach unserer Anreise zuerst dorthin. Der Campingplatz ist nicht direkt ans Busnetz angeschlossen - man kann für 1,40€ mit der Buslinie 1 Richtung Süden bis auf 1,2 Kilometer heranfahren und den Rest laufen bzw. trampen. Die Busfahrer wissen Bescheid, wenn man ihnen den Namen des Platzes als Ausstieg nennt. Alternativ kostet ein Taxi vom Flughafen ca. 15,-€.

Campingbucht am Playa de Vargas

Der Campingplatz liegt ein paar Hundert Meter mit freier Sicht vom Strand entfernt. Man zeltet windgeschützt in kreisförmigen Betonbuchten, die mit schattenspendenden Schilfrohrdächern bedeckt sind. In den Buchten sind in der Regel einige Stühle und ein Tisch vorhanden. Es gibt sogar aufgebaute Zelte für Minimalisten, die ohne Zelt reisen, sowie Holzhütten zum Mieten. Auf dem Campingplatz ist ein Restraurant.

Der Stand grenzt an ein kleines Naturschutzgebiet. Er ist in drei Segmente geteilt: Schwimmer, Wind- und Kitesurfer. Der Wellengang kann intensiv sein. Am Ufer ist der Strand steinig - ist man einmal im Wasser, steht man jedoch auf Sand, so dass man gut barfuß baden kann.

Kleine Abzüge gibt es in Vargas für den gelegentlich starken Wind, die nachts bellenden Hunde auf einem Nachbargrundstück und den Lärm der Flugzeuge. Trotzdem ein friedlicher Ort, an dem man gut einige Tage verbringen und sich eingewöhnen oder den Urlaub ausklingen lassen kann. Für zwei Personen mit Zelt kostet eine Nacht 15,-€. Ab zwei Nächten pro Nacht 10€,-. Zur Webseite.

Camping El Pinillo


Ein Stück weiter nach Süden und etwas im Inland gelegen findet sich der Campingplatz von Temisas, der einzige in dieser Liste, den ich noch nicht kenne. Stattdessen folgen wir der Küste nach Süden und gelangen als nächstes zum Campingplatz El Pinillo. Er liegt ca. 10 km weit im Landesinneren an der Straße GC505, die von Arguineguín nach Soria führt. Auf dieser Straße fährt kein Bus - man muss also trampen oder laufen. Wir sind die Strecke bereits einige Male getrampt und stets nach einer Weile mitgenommen worden.

Rechts unten liegt im Tal Camping El Pinillo

El Pinillo bietet Platz für Caravane und für Zelte sowie kleine Holzhütten zum Mieten. Es gibt einen Pool und ein gutes Restaurant mit freundlichem Service. Der Platz hat einen vergleichsweise hohen Standard und erinnert ein Stück weit an ein kleines Ferienresort. Hier machen auch viele Kanaren Urlaub.

Der Ort eignet sich gut als Startpunkt für Wanderungen. Man kann entweder gleich von der Südspitze des Parkplatzes nach Westen in die Höhe gehen oder die Straße bis Soria hochfahren/trampen, um dort oben Wanderungen zu beginnen - beispielsweise zum Stausee Presa De Las Niñas, wo sich auch eine Zona de Acampada befindet (s.u.).

Camping Villamar


Stellt man sich die rundliche Form von Gran Canaria vor wie das Ziffernblatt einer Uhr, liegt ungefähr auf halb acht die Touristenhochburg Puerto de Mogan. Wer nach Tasartico weitermöchte, sollte hier Vorräte einkaufen - ein Supermarkt liegt in Sichtweite des Bushofs. Von hier fährt die Buslinie 38 nach La Aldea de San Nicolas. Auf dieser Route liegt mein Lieblingscampingplatz. Der Bus fährt eine gute Stunde zum Abzweig Tasartico. Man befindet sich nun im Westen der Insel, in einem der letzten Täler mit dauerhaft sommerlichem Wetter.


Mein Lieblingsplatz - Camping Villamar bei Tasartico

Von der Bushaltestelle führt die schmale Straße GC204 ca. 7 Kilometer ins Tal hinab. Trampen ist hier relativ einfach, weil die Autos langsam fahren müssen und alle Fahrer wissen, dass der Weg etwas beschwerlich ist. Vom Örtchen, in dem es weder Handynetz noch Einkaufsmöglichkeiten gibt, führt eine Schotterstraße die letzten drei Kilometer zum Strand. Die Schotterstraße ist bekannt, weil hier der Abzweig zur Wanderung zum Playa de Güigüí liegt, einem der schönsten Strände der Insel, der nur zu Fuß über einen 500 Meter hohen Pass zu erreichen ist.

Aber wir wollen erstmal weiter. Der Campingplatz Villamar liegt einige hundert Meter vom Wasser entfernt im Tal. Es gibt ein kleines Restaurant und einen Minimarkt, der die nötigsten Dinge bietet. Waren früher die Duschen noch kalt, sind sie mittlerweile morgens und abends warm. Man zeltet auf Terassen. Mit etwas Glück findet man Platz unter einem der Johannisbrotbäume. Die Besitzer sind sehr freundlich, ebenso der Mann, der sich um die Camper kümmert. Eine Übernachtung mit Zelt kostet für zwei Personen mit Zelt ca. 10,-€. Alternativ zu mieten sind auch hier Holzhütten oder ein Apartement.


Außer einigen kanarischen Dauercampern gibt es in der Regel nur wenige Gäste: ein wunderbar ruhiger Ort, wo Katzen in der Sonne liegen und die Zeit langsam verstreicht. Der Strand ist steinig und manchmal etwas wild - Wasserschuhe erleichtern den Ein- und Ausstieg beträchtlich. Man sieht oft Leute schnorcheln, manche fischen auch schwimmend.

Aufwachen nach einer Nacht unter freiem Himmel am Playa de Güigüí

Der Platz eignet sich als Basis für die Wanderung nach Güigüí. Man kann z.B. das Zelt und einen Teil seiner Ausrüstung stehen lassen, zum Strand wandern, dort unter offenem Himmel übernachten und am nächsten Tag zurückkehren. Da es in Güigüí Trinkwasser gibt, braucht man nicht allzuviel mitzunehmen. Es gibt in Tal sogar eine Hütte, in der man ein Bier oder einen Kaffee bekommt. Die Tour ist an einem Tag machbar, was ich nur für Geübte empfehle. Vom Barranco de Tasartico zweigen noch einige kleine Täler ab, die gut für Touren eigenen. Auch hier sollte man etwas Erfahrung mitbringen.

Camping La Marciega


Am Strand von La Aldea de San Nicolás, Blick nach Süden

Nun haben wir die Insel fast zur Hälfte umrundet. Nördlich von Tasartico liegt La Aldea de San Nicolás. Hier spielt der Tourismus nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Ort ist geprägt von Tomaten- und Bananenplantagen. Es gibt einen kleinen, hübschen Stadtkern mit mehreren Restaurants und Geschäften. Folgt man der Hauptstraße, gelangt man nach ca. vier Kilometern zum Stand. Hier liegt ein kleiner Hafen, um den sich einige Häuser und Gaststätten gruppieren. Es gibt einen wunderschönen Park mit Café, zu dem die Kanaren Wochenendausflüge machen. Besonderheit: ein wenig scheues Paar der kanareneigenen Rabenart, das in den Bäumen sitzt und jedes Geschehen kommentiert.

Camping La Marciega am Strand von La Aldea de San Nicolás

Der Campingplatz La Marciega liegt an der Straße zum Strand. Manchmal ist das Tor verschlossen - dann kann man die Telefonnummer anrufen, die auf dem Schild steht. Ein ganz einfacher Platz mit einer warmen Dusche, einer Toilette und Trinkwasser, auf dem man völlig in Ruhe gelassen wird. Auch hier kostet die Nacht für zwei Personen 10,-€. Man hat einen wunderbaren Blick auf die Berge und kann den Roque Nublo sehen, das Wahrzeichen der Insel. Minuspunkt: Nebenan liegt ein Wasser- oder Energiewerk, das durchgängig rauscht.

Naturcampingplätze


Zona de Acampada Presa de las Niñas

Auf den Kanarischen Inseln gibt es viele Naturschutzgebiete. Hier liegen sogenannte Zonas de Acampadas - Orte, an denen man kostenlos campen kann. Auf den größeren Zonas de Acampadas gibt es Toiletten und fließendes Wasser. Man benötigt eine Erlaubnis. Diese bekommt man, nachdem man ein Online-Formular ausfüllt, das auch auf Englisch angeboten wird. Das Formular verlangt, dass man drei Wunschplätze angibt. Eine Liste mit allen Zonas findet sich hier. Ich habe einmal versucht, nur einen Ort einzutragen, bekam aber sofort eine Absage. Nachdem ich drei Ort angegeben hatte, kam unverzüglich eine Bestätigung. Nun hat man per Email eine Erlaubnis. Diese muss man auf der Insel persönlich in einem der Ämter abholen. Das jeweilige Amt kann man selbst aussuchen und im Online-Formular angeben. In der Regel lässt sich das gut mit der Reiseplanung vereinbaren, es gibt die Ämter in jeder Stadt. Auf den Naturcampingplätzen kommen vormittags Ranger vorbei und kontrollieren. Besonders empfehlen kann ich hier die folgenden Orte:

  • Presa De Las Niñas - (bereits unter "El Pinillo" erwähnt). Liegt auf 500 Meter, wunderschöner Blick nach Süden.
  • Tamadaba - über 1.000 Meter hoch, östlich von La Aldea de San Nicolas, wie auch die anderen beiden im Kiefernwald gelegen. Unzählige Wandermöglichkeiten, z.B. ins Tal von Juncalillo, in dem sich 2.000 Jahre alte Höhlenbehausungen finden (man kann auch in Höhlen übernachten, z.B. in "Puerta del Sol")
  • El Garañón - liegt in der Mitte der Insel auf ca. 1.000 Meter. Der Pico de las Nieves, der höchste Gipfel der Insel, liegt in Reichweite.
Mehr Kanaren? → La Gomera

Blick auf den Stausee Presa de las Niñas