Max Pothmann | Autor | Bühnenbild & Requisitenbau | Köln-Bonn
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04.02.2017

Flashback #7 Wir wissen wie das geht | Benjamin Garcia

Benjamin und ich trafen uns am Donnerstag Abend zufällig in der Studiobühne, um "Die Harmonie der Gefiederten" des Agora Theaters zu sehen. Nach dem Stück, einem Muss für einen Hobbyornithologen wie mich, saßen wir zusammen im Café und bemerkten, es sei jetzt gut zehn Jahre her, dass wir unser Studium an der Folkwang Universität der Künste (damals noch Hochschule) beendet hätten.

Benjamin unterrichtet in Essen und fährt noch regelmäßig hin. Es sei schicker und anonymer geworden, sagt er. Damals war das Meierei-Gebäude, in dem sich die Mensa befindet, angenehm schrabbelig. Man durfte noch rauchen. Abends hingen dort Gruppen von Studenten rum, manchmal brachten sie Bierkisten und Zigarren mit und spielten Poker.

Während des Studiums war Benjamin an zweien meiner Projekte beteiligt. Er spielte Kontrabass für den Kurzspielfilm "Paul Geht" und für das Bühnenstück "Sheos". Schon eine ganz Weile wohnen wir beide in Köln und bekommen, wie das in Städten so üblich ist, in unregelmäßigen Abständen fragmentarisch mit, was der andere treibt. Ich verfolge mit Freude seinen Weg als Musiker und seine Musik an sich.

Dass Musiker viele Instrumente spielen, war früher etwas Besonderes. Heute gehört es fast schon zum guten Ton.
Benjamin allerdings ist wirklich ein Multiinstrumentalist. Er kann seine Platten komplett selbst einspielen: Schlagzeug, Gitarre, Bass, Gesang und Keyboard. Alles selbst gemacht, alles wirklich und echt gut.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ein wirklich, echt guter Song kommt .... jetzt:


17.09.2015

Flashback #6 - Simon Rummel und sein Ensemble

Ein Team bei der Arbeit: Simon Rummel (links) und sein Ensemble, hier ohne den Sprachkünstler Ketonge. Foto: Jane Dunker

Zum ersten Mal begegnete ich Simon im Frühling 2003, gegen Ende meines ersten Studienjahres an der Folkwang Universität. Jedes Jahr fand dort ein selbst organisierter Abend mit studentischen Choreographien statt: Ich sollte zum ersten Mal in Essen auf der Bühne stehen, in einer Arbeit von Carlos Maria Romero. (Als Sänger mit von der Partie: Pablo Botinelli).
Simon studierte damals in Köln Jazzklavier und kam als Gast, um für einen Tänzer auf der Bühne Geige zu spielen. Bei einer Probe am Tag vor der Aufführung begannen wir zusammen mit Pablo Musik zu machen - ich legte mich in die Tasten eines herumstehenden Flügels, Pablo sang und Simon spielte sein Streichinstrument: Wir waren zu Hause.

Ungefähr sieben Jahre später wurde ich als Gasttänzer für ein Theaterstück von Karin Beier engagiert. Neben zehn Tänzern kam auch ein Männerchor zum Einsatz, dessen Reihen mit Musikstudenten aufgefüllt wurden. Ich wusste, ich kannte diesen Menschen, aber es dauerte eine Weile, bis es bei uns beiden Klick machte. 

Jetzt sind erneut einige Jahre vergangen. Wir sind so etwas wie Nachbarn und begegnen uns gelegentlich auf der Straße, wechselweise mit völlig übermüdeten Augen, weil wir gerade viel zu tief in irgendwas drin stecken. Simons Gruppe wächst und wächst. Aus dem Septett ist ein Ensemble mit elf Musikern geworden. Am Sonntag spielten sie im Loft in der Wissmannstraße ein Werkstattkonzert. Die Einladungskarte war sinnigerweise aus Schmirgelpapier: da kann man Diverses herauslesen. Zum Beispiel, dass es hier um Arbeit geht. Oder, dass man nicht alles bierernst nehmen muss. Dass man es mit einer Form von Eigenheit zu tun hat, einer Eigenheit im positivsten Sinne. Denn die Musik und die Menschen, die wir am Sonntag sahen und hörten, versuchten nicht, eigen zu sein oder zu wirken: Sie waren einfach originell und gut.

Ich habe nun länger überlegt, ob ich die Musik beschreiben soll, aber ich lasse meine Finger lieber unverbrannt und verweise euch auf den folgenden Link zum Selberhören.

Das nächste Konzert des Ensembles in Köln ist für den 20.12. geplant. Mehr Infos hier.

05.11.2012

Flashback #4 - T.I.G.R.E | Anca Huma

Der dritte Flashback. Eigenartig, wie diese drei Videos mir innerhalb kurzer Zeit über den Weg liefen. Über T.I.G.R.E freue ich mich besonders: Auch wenn es nur ein kurzer Trailer ist - hier kommt vieles zusammen: Ancas Darstellung, die einem unter die Haut kriecht, saubere Kamera, Sounddesign und ein Schnitt, der weder hintereinanderklebt, noch herumrührt.

Anca Huma war einer der ersten Menschen, die mir an der Folkwang wirklich begegneten. Sie lief neben mir her, von der Mensa zum Unterricht und stellte zwei, drei, vier, fünf Fragen. Aus den Antworten setzte sie sofort ein stimmiges Bild zusammen.
Von Anfang an hatte ich das Gefühl, von ihr gesehen zu werden. Für Künstler ist sowas ja wichtig. Und nicht immer einfach. Vielleicht geht so ein Sehen-Können mit der Fähigkeit einher, sich selbst sichtbar zu machen. Ancas Solos und Improvisationen waren grundsätzlich Ansagen gegen jedes Verstecken. Auch wenn sie düster daherkommt, macht es mich sehr froh, diese Arbeit zu sehen:


T.I.G.R.E. intérieur from Jacques-André Dupont on Vimeo.

29.10.2012

Flashback #2 - Hidden Tracks | Jennifer Ocampo Monsalve


Mein Tanzstudium an der Folkwang-Universität (damals noch Hochschule) in Essen dauerte fünf Jahre. Es liegt nun fünf Jahre zurück und meldet sich vielgestaltig wieder. Hier das erste Video aus der Reihe Flashbacks.

In meinen Augen war Jennifer eine der talentiertesten Tänzerinnen während meiner Studienzeit. Sie beendete ihr Studium ein paar Jahre vor mir und ging nach Münster, wo sich ihre Spur verlor. 
Letzte Woche erreichte mich eine Pressemitteilung vom Fonds Darstellende Künste. Darin eine Liste mit den neuen, zur Förderung ausgewählten Projekten. Mit von der Partie: Jennifer Ocampo Monsalve. Für mich ein Grund, sie wieder aufzuspüren.



Persona trailer from Jennifer Ocampo Monsalve on Vimeo.