13.05.2012

Wahlen / Gutes Tun

Heute war Wahl in NRW. Wie auch vor zwei Jahren habe ich mich wieder als Wahlhelfer gemeldet und den Sonntag zum großen Teil im Wahllokal verbracht. Diesen Job kann ich für alle empfehlen, die Demokratie live erleben möchten. Ich war mit fünf anderen zuständig für den Wahlbezirk, in dem ich selbst wohne. Der Bezirk umfasst nur drei Straßen plus ein Verbindungstück der Venloer Straße: Und ich wohne genau mittendrin. Also treffe ich den ganzen Tag meine Nachbarn, deren Namen ich in aller Regel nicht kenne. Trotzdem finde ich das gut. Es überrascht, wie wenige mich wiedererkennen, auch wenn man sich gelegentlich auf der Straße über den Weg läuft.

Dieses Mal waren wir eine lustige Truppe. Wenn eine Seite im Wählerverzeichnis voll war, jubelten wir und riefen: "Wahlbingo!" Das kam allerdings selten vor. Den ganzen Tag tröpfelten die Wähler einzeln ins Lokal. Oft kam auch länger keiner. Die Leute vom Nachbar-Wahlbezirk, die uns gegenüber saßen, hatten das Gefühl, zu uns kämen viel mehr Leute, aber wir waren gegenteiliger Meinung.

Wahlhelfer-Sein fühlt sich gut an. Das kenne ich aus meiner Erfahrung als Freiwilliger der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste: Freiwillig ausgeübte, ehrenamtliche Arbeit macht ungefähr, sagen wir mal 100mal so viel Freude, wie Arbeit, deren Hauptmotivation im Geldverdienen begründet liegt. Ich habe mir vorgenommen, wieder mehr über den Tellerrand zu schauen. Gleich nebenan ist das Allerweltshaus, in dem könnte ich Kindern bei den Hausaufgaben helfen. Oder, das haben wir während der Wahl recherchiert (es war ja so wenig los): Vorlesen für Jungen. Offenbar sorgt unsere Kultur in puncto Lesen für eine Benachteiligung der Jungen. Und hinterher wundern sich alle über die doofen Machos.

 Ach, man könnte so viel Gutes tun...

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